Die Reben stehen in 480 bis 570 Metern Höhe auf relativ kargen, steinigen Böden und werden, wie alles bei Poggio Antico, biologisch bewirtschaftet. Die Trauben werden im Stahltank vergoren und anschließend 20 Monate lang in großer slawonischer Eiche ausgebaut. Mittleres, elegant leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist extrem fein, ultra-elegant, beinahe schwebend und von höchster Präzision gezeichnet. Die reifen Fruchtaromen werden durch Noten ätherischer Kräuter erfrischt und gezügelt. Ein wahres Sammelsurium klassischer Brunello-Aromen wabert aus dem Glas: Orangenabrieb, Blutorange, Nelken, Salbei und Lakritz treffen auf reife, saftige Herz- und Schwarzkirsche, Cassis und beinahe süße Brombeere. Diese wunderbare Finesse und samtige Feinheit ist bereits jetzt beeindruckend – der Wein wirkt beinahe burgundisch in seinem Duft und seiner Anmut. Obwohl die reifen Aromen sehr konzentriert sind, wird der Bogen zur Eleganz in diesem fabelhaft präzisen, spannungsgeladenen Jahrgang perfekt gespannt. Auch am Gaumen bleibt der Wein puristisch und schwebend. Die samtigen, ultra-feinen und geschliffenen Tannine lassen den anmutigen Stoff elegant über die Zunge gleiten. Die knallrote Frucht mit ihrer knackig-frischen, beinahe klirrenden Säure, welche die Geschmacksknospen wachrüttelt, kommt fast überraschend. Rote Johannisbeeren und rote Kirschen werden durch Zartbitterschokolade, etwas Lakritz, frisch gebrannten Ton und elegante Kräuternoten harmonisch ausgeglichen. Im Nachhall verbleiben weißer Pfeffer und eine intensive Würze auf der Zunge. Diese aromatische Tiefe, gepaart mit dieser grandiosen Eleganz, ist genau das, was den Brunello zu einem der vielleicht größten Weine der Toskana macht. Wirklich schicker Stoff – Eleganz ist die neue Brunello-Superpower!,
Der Brunello-Jahrgang 2021 wurde bereits vor seinem Markteintritt als ebenbürtiger, wenn auch eleganterer Nachfolger des monumentalen 2019ers gefeiert. Nach einem klirrend kalten Winter startete die Wachstumsperiode mithilfe der Märzsonne nur zögerlich. Dennoch reduzierte ein verheerender Spätfrost im April, der besonders die tiefer gelegenen Lagen im Nordosten Montalcinos mit voller Härte traf, die Ernteerträge des Jahrgangs bedeutend. Spitzenwinzer wie Riccardo Campinoti vom Weingut Le Ragnaie beklagen Verluste von bis zu 60 % in der berühmten Montosoli-Parzelle; bei Siro Pacenti fiel die Ernte insgesamt ein Drittel kleiner aus als üblich. Diese »schmerzhafte« Mengenreduktion ist jedoch der einzige Wermutstropfen eines ansonsten absolut makellosen Jahrgangs. Denn was an Quantität verloren ging, wurde dafür mit einer atemberaubenden Qualität wettgemacht. Trotz heißer Sommermonate bewahrten 600 mm punktgenauer Niederschlag die Reben vor jeglichem Trockenstress und schenkten den Pflanzen im richtigen Moment die nötige Kühlung. Die Weinberge befanden sich den ganzen Sommer über in einer geradezu magischen Harmonie. Im September vollendete ein spektakuläres Wechselspiel hoher Temperaturunterschiede von heißen Tagen mit kühlen Nächten die Reife langsam, harmonisch und gleichmäßig. Die Polyphenole und Tannine erreichten ein perfektes Niveau der Reife und zudem blieb die Säure-Balance in den Trauben herausragend – ein Faktor, der zur wunderbaren Frische beitrug, die eine der wichtigsten Charaktereigenschaften des Jahrgangs darstellt. Während 2019 für große Konzentration und Struktur steht, ist 2021 ein Jahrgang der herrlich zarten Finesse. Die Fruchtklarheit und vibrierende Energie dieser Weine ist schlichtweg mind-blowing! Die Tannine sind geschliffen, seidig und von einer fast puderzuckerartigen Eleganz. Im Gegensatz zum eher dunklen Profil von 2019 strahlt 2021 neben den klassischen Aromen von reifer Heidelbeere auch mit einer leuchtend roten Frucht, unterlegt von einer packenden, salzigen Mineralität. Dank der perfekten Tannin-Reife wird 2021 sein ideales Trinkfenster vermutlich sogar früher erreichen als die 2019er Giganten. Bereits bei der Benvenuto Brunello Probe im November 2025 – noch vor dem offiziellen Markteintritt – stachen viele Weine durch ihre verführerische Zugänglichkeit und ihr aristokratisches Profil hervor. Ein mega spannender Jahrgang für Puristen und Genießer gleichermaßen!