Der Barbaresco von Pio Cesare kommt aus vier verschiedenen Lagen, aber 50 Prozent stammen aus der hoch gelegenen Lage Il Bricco in Treiso, in der die Böden ton- und lehmhaltiger sind und weniger Sand haben als im Großteil von Barbaresco. Eigentlich sind die Böden hier also ähnlich wie die der Barolo-Lagen von Pio Cesare. Die vier Lagen werden bereits vor der Gärung zusammengeführt, dann folgt eine lange, einmonatige Mazeration auf den Traubenschalen. Direkt im Anschluss kommt der Wein für 2,5 Jahre zum größten Teil ins große Holzfass aus hauptsächlich französischer und slawonischer Eiche. Zehn Prozent reifen allerdings für ein Jahr in Barriques in Zweitbelegung. Nach dem ersten Jahr zieht der Barrique-Wein ebenfalls um ins große Holzfass, wo er ein zweites Jahr ausgebaut wird. Mittleres, brillant leuchtendes Rubinrot – dieses Jahr ist der Wein ein paar Schattierungen dunkler als 2021. Reife, süße Schattenmorellen, auch eingelegte Kirschen mit warmer Lakritz, Vanille, etwas Kerzenwachs, Teer, Marzipan und exotischen Gewürzen aus Tausendundeiner Nacht. Vollmundiger und cremiger Mundeintritt. Die Tannine sind sehr fein und prickeln mit der Größe von Nadelspitzen auf der Zunge, aber zugleich haben sie auch eine Textur von cremiger, nasser Kreide. Reife Kirsche mit Marzipan, dunkle Pflaume, Mahagoniholz und Nelkenpfeffer. Intensiv und druckvoll, in wunderbarer Balance.