Lobenberg: Lupo ist eigentlich ein Rosé Plus oder »Cerasuolo« von Fabio Chiarelotto. 100 Prozent Sangiovese auf dem typischen Galestro Boden aus Fossilen und Ton, nahe der toskanischen Küste. Bei der sorgfältigen Handlese werden maximal 1,5 kg Trauben pro Rebstock eingebracht. Anschließend bleibt der Wein 15-19 Tage auf den Traubenschalen, bevor er vier Monate lang in gebrauchten, 300 und 500 Liter fassenden französischen Eichenfässern ausgebaut wird. Lupo steht in leuchtendem, mittleren Rubinrot im Glas und könnte – was seine Erscheinung angeht – auch ein leichter Rotwein sein. Ich trinke ihn gerne direkt aus dem Kühlschrank, wie einen Rosé. Die Nase ist voll dichter, reifer, roter und schwarzer Kirschen, Schlehen, Brombeeren und Nektarine, etwas Marzipan, Minze, Campari mit Amaro Bitter, Lorbeerblatt, weißem Pfeffer, weißer Lakritz, warmer brauner Gewürze und Vanille. Ein ziemlich breites Aromenspektrum also. Insgesamt ist die Nase neben der komprimierten Frucht eher würzig und dicht – also auch aromatisch ein Zwischending aus Rosé und Rotwein. Im Mund rollen gerade reife Erdbeeren mit roten Johannisbeeren auf feinen, samtigen Tanninen über die Zunge. Der Wein hat eine wunderbare Haptik, die man beinahe kauen kann. Viel Frische bringt hier Spannung auf die Zunge! Blutorange und sogar Grapefruit tänzeln mit der salzigen, steinigen Mineralität und der zarten Bitterkeit mediterraner Kräuter im Nachhall. Ideal für die Tage, an welchen man sich nicht zwischen Rotwein und Rosé entscheiden möchte, oder aber für die Lust auf Rotwein an warmen Tagen – denn mit gerade mal 11,5% Vol kann man sich an den unbeschwerten Stoff wirklich gewöhnen!