Da ist er! Endlich! Der Chablis von Gregory Viennois. Der 2022er war der erste Jahrgang und jetzt geht es direkt weiter mit mittlerweile dem 2024er. Viele Jahre habe ich die Winzer gefragt, wann sie denn wohl endlich ihren ersten Chablis keltern, da es doch direkt vor der Tür liegt. Tatsächlich liegt das Haus der Domaine direkt hinter dem Hügel des 1er Cru Fourchaume. Jetzt wurde mein Wunsch erfüllt, 2022 ist die Premiere. Der Wein wächst zum Teil auf weißem Mergel in der Lage Chiché, nahe dem Cru Vaucopin. Der Rest sind sehr alte Reben in einem kleinen Ort ebenfalls in der Nachbarschaft von Chablis. Die Erträge waren leider winzig in 2024, auch La Chapelle hat in diesem Jahr auf einigen Flächen über 80 Prozent verloren. In Chiché allerdings war es 2024 überraschend perfekt, das war das gelobte Land in diesem Jahr, denn es gab weniger Frost noch Hagelschlag wie in Chablis-Zentrum nebenan. Die Trauben werden bis zur Lese quasi kerngesund und die Erträge fast ganz normal. Rund 50 Prozent werden in gebrauchten Demi-muids von François Frères ausgebaut, um etwas Holzeinfluss zu bekommen, der Rest bleibt klassisch Chablis, also stahlig-rassig aus dem Edelstahl, möglichst pur. Ich bin verblüfft wie viel Kraft der 2024er Chablis hat, selbst in diesem kühlen Jahr begeistert er mit seiner dichten Gelbfruchtigkeit. Viel Kalkstein in Nase und Mund, puristische Mineralität, wie 2014, dann Mirabelle, reife Zitrusfrucht, nichts Grünes, nur schick und saftig. Wahnsinnig straffer Mineralcharakter, aber eben gar nicht so extrem wie ich es anfangs vermutet hatte. 2024 ist ein wirklich schicker Jahrgang, weil er alles hat, aber eben in einer klassischeren Auslegung. Nicht so reich wie 2022, 2023 und 2020. Straff, salzig, perfekt reif, on point, mir gefällt 2024 sogar besser als 2023.