Die nur 4 Hektar kleine Domaine hat drei legendäre Cuvées. Améthyste, Maestria und die rare La Péroline. Diese Côte-Rôties sind allesamt urhandwerkliche und traditionelle Cuvées im Format einer Domaine Jamet aus Ampuis. Bio im Weinberg, Handarbeit, Ganztrauben. Spontane Vergärung in Edelstahl mit Überschwallen, kein Unterstoßen, also sehr soft. Das Ganze bleibt ungefähr 3 Wochen auf der Maische. Die Trauben wurden 2022 überhaupt nicht entrappt bei Levet, also alles 100 Prozent Ganztraube, weil alles so reif war. Améthyste ist die Basis aus dem Herzen der Côte-Rôtie, überwiegend Côte Brune, Lancement, Baleyat, Fongeant, Leyat, sowie ein bisschen Chavaroche, die Toplage des Hauses. 100 Prozent Syrah in der Urform Serine, kleine Beeren mit dicker Haut, die mehr Würznoten entwickeln. In Demi-muids von 600 Litern ausgebaut, rund 20 Prozent neues Holz. Der Wein ist gekennzeichnet von einer tragenden Frische, die in kargen Jahren in der Jugend abweisend daherkommt. Nun war 2022 ein sehr heißes Blockbuster-Jahr, entsprechend sind wir eher bei überschwänglichem Charme und wollüstig opulenter Frucht. Hochintensiv und ausladend reich in der Aromatik, was für ein Kracher 2022 ist! Agnes Levet vergleich 2022 am ehesten mit 2009. Die schwarze Kirsche drückt aus dem Glas, dunkle Milchschokolade, Blaubeere. Die typische Rustizität dieser klassischen Domaine ist sehr fein abgeschmolzen dieses Jahr. Die Tannine sind zwar präsent, aber poliert und seidig, das ist bei Levet nicht immer so. In diesem Mega-Jahr 2022 besteht aber kein Zweifel, das ist köstliche Opulenz in voller Pracht. Die 2022er werden ein breites Trinkfester eröffnen, weil sie jung so gut schmecken in ihrer Jugend, aber dank reichlich seidigstem Tannin auch gute Langstreckerläufer sein werden. Mit der richtigen Flaschenreife wird die Mineralität auftauchen wie ein Dampfhammer in diesem grandiosen Wein. Lassen Sie diesen ungewohnt anderen Côte Rôtie unbedingt reifen, und erwarten Sie einen Côte Rôtie der keine Zugeständnisse an den Zeitgeist machen will.