Dieser Wein firmiert als Ortswein, ist aber genau wie der Schieferkristall eigentlich komplett aus der Großen Lage Karthäuserhofberg geerntet. Eigentlich ist der Ortswein aus den Alten Reben der klassische Zweitwein des Karthäuserhof GG, nur Top-Material, biologische Bewirtschaftung. Der Wein ist überwiegend im Holz ausgebaut, was natürlich Mathieu Kauffmanns Handschrift ist. Keinerlei Schönung. Die Alten Reben haben schon deutlich mehr Substanz als der Schieferkristall. Das bringen nicht nur die älteren Reben, sondern auch der lange Fassausbau. Der 2023er wurde erst Anfang des Jahres 2025 abgefüllt und lag so lange im Fass. Natürlich hat der Wein auch diese mineralische Kühle aus dem Terroir, aber eben auch Schmelz, ein bisschen eine Pfälzer Entspanntheit zur krachenden Mineralität des Karthäuserhofs. Da zeigt sich die frankophile Handschrift von Mathieu Kauffmann und Dominik Völk. Die Frucht zeigt eine sehr feine, ganz klare Exotik, Mangoschale, gelbe Pflaume, Zitronengras. Schon kristallin und geradeaus, aber für dieses kühle Seitental, das eigentlich kräuterig-steinige Weine hervorbringt, ist das schon eine famose Fruchtintensität. Nicht so brachial wie beim Hofgut Falkenstein, sondern fein und schmelzend. Sehr schick!