Bei Eisele wird alles Lesegut penibel sortiert. Ein hochmodernes, optisches Sortiergerät stellt sicher, dass nur perfekte Trauben in die Gärtanks gelangen. Diesem Syrah wurden bei der Gärung 25 Prozent Ganztrauben zugegeben. Die Rappen tragen nicht nur zur Stabilisierung der Rotweinfarbe bei, sondern verleihen dem Wein auch kühle, erfrischende Aromen wie Minze und ätherische Kräuter. Der 22-monatige Ausbau erfolgt zu 39 Prozent in neuen französischen und österreichischen Eichenfässern, zu 43 Prozent in gebrauchten Fässern in Zweitbelegung und zu 18 Prozent in Amphoren. Tiefes, leuchtendes, beinahe undurchsichtiges Violett mit eingefärbten Tränen am Glasrand. Reife Blaubeeren, süße schwarze Johannisbeeren und erfrischender Hibiskus als Gegenspieler. Duftende blaue Veilchen und Lavendel mit cremigen, braunen Backgewürzen und Lakritz. Frische Leberwurst, rostiges Eisen und ein Hauch Rosmarin – die wunderbare Syrah-Würze lässt grüßen. Aber alles »typisch Eisele« und immer sehr auf der Finesse- und Eleganzspur laufend. Der Wein wurde von der gleichen verführerischen Holz-Aromatik geküsst wie die anderen Weine des Weinguts: zarte Noten von Zedernholz, Vanille und nur einem Hauch Tonkabohne. Aromatisch eher in die Feinheit der Côte-Rôtie gehend als in die kühnen und »wilden«, würzigen Aromen eines Cornas. Im Mund rollt ein Sammelsurium wilder Waldbeeren über die Zunge und hinterlässt eine beeindruckend energiegeladene, salzige Säurefrische und Spannung mit viel Würze, auch etwas Chili und ein Hauch Tabak auf saftiger schwarzer Johannisbeere. Die Tannine sind geschliffen und cremig, ihre Textur erinnert an nasse Kreide. Elegant und schick – ein beinahe mystischer Finesse-Syrah!