Dieses Jahr wurde der Napa Valley Cabernet Sauvignon von Dunn Vineyards zu 100 Prozent aus den Weinbergen auf dem Howell Mountain gemacht, und zwar aus Trauben jener Parzellen, die den üppigsten Stil hervorbringen. Eine einzigartige Seltenheit in diesem Jahrhundert und somit eine super Gelegenheit für Insider, etwas günstiger an den »kleinen Bruder« des Dunn Howell Mountain Cabernet Sauvignon ran zu kommen. Dieser Wein ist der flüssige Beweis für den entscheidenden Unterschied, den eine herausragende Lage machen kann. 2022 erlebte Kalifornien den dritten trockenen Jahrgang in Folge, der zudem aufgrund der höheren Temperaturen eine Herausforderung darstellte. Generell wird bei Dunn Vineyards etwas früher gelesen als bei den meisten Nachbarn. Zum einen soll so die frische Säure der Trauben bewahrt werden und zum anderen der Alkoholgehalt des Weins so niedrig wie möglich bleiben. Der 32 Monate andauernde Ausbau erfolgt in französischen Barriques mit 40 bis 50 Prozent Neuholzanteil. Tiefes, beinahe undurchsichtiges Rubinrot mit eingefärbten Tränen am Glasrand. Die Nase strotzt vor opulenter Konzentration. Reife, süße Brombeere und schwarze Johannisbeere, auch ein Hauch Crème de Cassis, mit einem Hauch Vanille. Im nächsten Moment kommen mir leckere, saftige Schwarzkirschen mit Kokos und dunklem Schokoladenüberzug in den Sinn. Diese opulente Frucht hat eine geniale, erfrischende Würze als Gegenspieler: Süßholzstangen, ganzer Piment, Wacholder und Unterholz. Über der »cremig«, dunkel und harmonisch brummenden Nase schwebt eine wunderbar kühle Menthol-Note sowie auch ein zarter Hauch Leder und Tabak. Mit etwas Luft werden diese wunderbaren Aromen noch attraktiver und auch etwas »süßer«. Aus Salbei und Menthol wird marokkanische Minze. Ich werde beim Riechen direkt in die Wildnis der Höhenlagen in den kalifornischen Bergen versetzt. Der Wein ist zum Zeitpunkt meiner Probe im Frühjahr 2026 dreieinhalb Jahre alt und entwickelt neben seiner reichhaltigen Frucht bereits harmonische, erdige Noten von getrocknetem Herbstlaub und würzigem, blondem Tabak. Bei all der Konzentration ist Dunn zwar selbstbewusst, aber nie laut. Ein Türsteher mit dicken Muskeln und weichem Kern. Das geniale Aroma hat eine noble Klasse und Statur. Der Mundeintritt ist dunkel, saftig und zugleich definiert. Opulente, süße Schwarzkirsche mit wilden Heidelbeeren schwappen die Kehle hinunter, dabei gleitet frisches Gesteinsmehl zart rauchig und mit konzentrierter vulkanischer Mineralik schnurstracks über die Mitte der Zunge. Die vielen pudrigen und sandigen Tannine werden beinahe unbermerkt mitgerissen, und dennoch geben sie dem Stoff im Nachhall eine beeindruckende Struktur und tragen zum Körper bei. Erstaunlich ist auch die harmonische Frische und Präzision der Höhenlage. Trotz des warmen Jahrgangs ist hier nichts schwer oder gar fett, sondern die Basis dieses Weins ist wohldosierte Spannung. Und trotz der pauillacartigen Maskulinität hat der Wein genialen Sex-Appeal und eine grandiose Trinkigkeit! Soooo lecker! Im Nachhall bleiben neben herrlich saftiger Schwarzkirsche und Brombeere auch viel Würze, sogar ein Hauch Chili, Pfeifentabak und Muskatnuss auf der Zunge. Dieser dunkel brummende Wein ist gerade am Beginn seines Trinkfensters und wird Genießer über Jahrzehnte hinweg erfreuen. Im Vergleich zu Dunn Vineyards im letzten Jahrhundert, sind die Wein zwar stilistisch nahezu unverändert, dafür aber definitv schon früher zugänglich. Ein beeindruckender, saftiger und vielschichtiger kalifornischer Klassiker und Stand-alone!