Domaine Santa Duc: Gigondas Clos des Hospices 2022

Domaine Santa Duc: Gigondas Clos des Hospices 2022

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Grenache 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2047
Verpackt in: 6er OHK
seidig & aromatisch
strukturiert
fruchtbetont
Lobenberg: 95–97+/100
Parker: 95/100
Suckling: 96/100
Decanter: 94/100
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gigondas Clos des Hospices 2022

95–97+
/100

Der Ausbau ist für alle Weine gleich, vom Cotes du Rhone, über Gigondas bis zum Châteauneuf: Vergärung in großen Edelstahlcuves, Ausbau zu 85 Prozent in Stockingerfudern, der Rest in Tonamphoren. Benjamin Gras hat sich entschlossen in 2022 etwas weniger Ganztrauben zu verwenden als 2021, aber immer noch 80 Prozent. Er mag diesen Rappenstil einfach, weil er Frische bringt und den Alkohol etwas drückt. Das ist ein Untergrund aus weißem Lehm, auch blauer Lehm genannt wegen der Metalleinsprengsel. Es ist also der klassische weiße Kalksteinlehm, der über Jahrmillionen entstanden ist. Dieser Wein war früher Bestandteil des normalen Blend bzw. danach des Grande Grenache. Um die große Klarheit im normalen Gigondas zu haben wurde dieser separiert, eben weil er so einzigartig und anders im Ausdruck ist, so viel dichter. In diesem Wein ist das, was früher bei Yves Gras von Santa Duc als Grande Grenache bezeichnet wurde. Zugunsten der Lagenbezeichnung hat er diesen Namen aufgegeben, in den ersten Jahren hat er ihn Clos des Hospices genannt. Aber es ist genau dieser Wein. Der Clos ist eines der spektakulärsten und spannendsten Terroirs der Domaine, einer steiler Hang, die höchsten Lagen des Weinguts auf 350 Metern, terrassiert. Benjamin Gras hat die 10 Prozent Syrah und 10 Mourvèdre mit Clairette und Bourboulenc umveredelt, weil es 2023 Gigondas Blanc werden wird. Dieser Blend ist also seit 2021 erstmals ein 100 Prozent Grenache, also das was in Châteauneuf oft Cuvée Speciale genannt wird. 2022 ist es ebenfalls. Ein wunderschöner Weinberg, sehr steil, mit extrem hellem Gestein, der einen wunderbar duftigen, luftigen Wein ergibt. Das ist ein Volnay Cru des Südens. Die Nase ist immer unglaublich fein, helle Kirschfrucht, zerdrückte Himbeeren und Erdbeeren, sehr viel Lavendel und ein Touch Feuerstein. Einfach schick. Er ist köstlich beerig und samtig, dennoch etwas strukturierter und kalkiger als der Aux Lieu-dits. Ein Blockbuster mit burgundisch-präzisem Terroirausdruck und ultrafein. Einer meiner liebsten Weinberge an der Rhône und der Wein ist ebenso spektakulär wie man erwarten würde.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2022 ist ein multikomplexer, kontrastreicher, heterogener und ganz und gar ungewöhnlicher Jahrgang - offensichtliche Folgen des Klimawandels? Die Rhone hat in den letzten zwei Jahren somit zwei extreme, paradoxe und diametral entgegengesetzte Jahrgänge erlebt. 2021 war frostig, kühl und regenreich, klassisch aufregendes cool-climate. 2022 war dagegen viel zu trocken und extrem sonnig. Dieser schnelle Wechsel macht etwas ratlos und 2022 stellt sogar die Zukunft mancher Weinberge dauerhaft in Frage. Der schon jetzt zu einem der besten Jahrgänge des letzten Jahrzehnts erklärte Jahrgang 2022, den manche gar mit 1978 vergleichen, hält zwar im Norden wunderbare, ja grandiose Überraschungen bereit, aber im Süden durchaus auch einige herbe Enttäuschungen. Die Widerstandsfähigkeit der Reben angesichts der klimatischen Extremsituationen erstaunt dennoch! Die mehr oder weniger intensiven Regenfälle Mitte August und September retteten dann die Weinberge und Regionen, in denen der Punkt ohne Wiederkehr durch Wasserstress noch nicht erreicht war, manchmal aber war es zu spät. 2022 ist somit durch sehr starke Heterogenität zwischen und auch innerhalb der Appellationen gekennzeichnet, grandiose Schönheiten und vertrocknetes, unreifes Elend liegen oft nah beieinander, alles hing am seidenen Faden. Unsere Verkostungen bei den Erzeugern und unsere akribische Auswahl hat in diesem Jahrgang 2022 noch mehr Bedeutung als je zuvor.Südliche Rhone:Wider Erwarten sind die Weißen harmonisch, aromatisch und nicht fett und alkoholisch, es gibt viele großartige Erfolge. Erstaunlich und superb! Die Qualität der Roten ist deutlich heterogener. Unbalanciertheit, Disharmonie, spröde und harte Tannine und mangelnde phenolische Reife findet man in vielen jungen Reben. Nur sehr alte Reben mit minimalen Erträgen und tiefem Wurzelwerk bieten komplexe und anmutige, ja sogar ganz große Weine der historischen Extraklasse.Nördliche Rhone:Der kühlere Norden blieb von den meisten Leiden des Jahrgangs verschont. Die vollständige Reife wurde fast immer erreicht und die Alkoholgrade blieben moderat. Die Gaumen der gleichermaßen großartigen Weißen und Roten sind üppig, prall und dennoch straff. Weine mit Typizität und Stil, die Sommeliers und Restaurants gleichermaßen glücklich machen werden. Ein historisch großer Jahrgang!

95
/100

Parker über: Gigondas Clos des Hospices

A new bottling, the 2022 Clos des Hospices is crafted from Grenache Noir planted in the Derrière Vieille lieu-dit, where a double grafting program with white grape varieties was implemented. It reveals a slightly reductive yet elegant bouquet of dark cherries, violet, pepper and floral notes. The medium-bodied palate is both elegant and juicy, with impressive depth at the core, a tense mid-palate and fine-grained tannins that flow into a long, ethereal finish, enhanced by chalky dry extract in the aftertaste. As one of the tensest Gigondas in Benjamin Gras’s lineup, it shows remarkable aging potential.

96
/100

Suckling über: Gigondas Clos des Hospices

Anyone who doesn't believe that grenache is capable of great elegance should try this astonishingly refined Gigondas. A wealth of red fruit and summer flower aromas envelop the extremely refined tannins on the precisely delineated medium- to full-bodied palate. I could study all nuances of the super-long finish for hours. From vineyards behind the church of Gigondas at about 300 meters above sea level. A pure grenache from biodynamically grown grapes with Demeter certification. Drink from release.

94
/100

Decanter über: Gigondas Clos des Hospices

Very much a rounded style with notes of cherry and raspberry. Fine, dry clay tannins and good length, this is really quite mineral. Co-planted on limestone marl behind the village, grey marl that holds a lot of water, northwest facing, surrounded by woods. 60% whole bunch, aged in Stockinger foudres except for 20% that is aged in terracotta amphorae. 94/100

Mein Winzer

Domaine Santa Duc

Der Qualitätsstandard von Yves Gras’ Santa Duc gehört zu den höchsten im Rhonetal und Frankreich überhaupt. Nur die besten Weine werden selber abgefüllt, der Rest wird weiterverkauft an Handelshäuser der Gegend.

Gigondas Clos des Hospices 2022