Das Weingut Conterno Fantino liegt in Monforte d´Alba. Der Langhe Nebbiolo kommt aus jungen Reben der fünf Barolo-Crus des Weinguts, darunter auch Bussia. Eine zusätzliche sechste Lage liegt direkt hinter einer Parzelle von Giacomo Conterno, aber außerhalb des Barolo-Gebiets. Fabio Conterno nennt ihn einen »Village Wein«. Ginestrino ist ein Fantasiename, als Hommage an den Ursprung dieses Langhe Nebbiolo, denn damals kamen alle Trauben aus der Lage Ginestra. Seit 2020 ist der Wein bio–zertifiziert. Die Trauben werden zu 100 Prozent entrappt, aber die Beeren werden nicht angequetscht. Hier wird nicht mal gepumpt, sondern um möglichst schonend mit dem Wein umzugehen, werden von Anfang bis Ende alle Trauben und Saft von Hand bewegt. Komplett spontan im Stahl vergoren, danach die Malo und der 10-monatige Ausbau im gebrauchten Barrique, zehn Prozent davon Neuholz. Zartes, leuchtende Rubinrot. Die Nase ist extrem fein. Geradlinige rote Kirsche, duftende Erdbeere, Cranberry und aromatische rote Johannisbeere. Sehr präzise, sehr verspielt und mit zart schwebender Kräuteraromatik. Auch wenn der Wein nicht als Barolo klassifiziert ist, so ist er doch qualitativ auf einem sehr hohen Niveau. Hinter der roten Kirschfrucht kommt die schwebende Teer-Aromatik zart rauchig hervor. Sehr frischer Mund. Sauerkirsche, Hibiskus und unreife Erdbeeren. Hier haben wir zart griffige Tannine, die sich auf der Zunge ausbreiten und dem Wein seinen Körper verleihen. Elegant, verspielt, mit mittlerer Länge. Nicht so üppig wie die Barbera des Weinguts, sondern eher eine viel zartere und verspieltere Version der Baroli. Im Jahrgang 2024 ist der Wein beinahe schwebend zart und puristisch, ein kühler Hauch von Wein, er wird in seiner Jugend am schönsten sein und die meiste Freude bereiten. Ein wirklich toller Einstieg in die Nebbiolo-Traube und mit knapp über 20 Euro eine ziemliche Perfektion. Unendlich filigran und unanstrengend lecker und mit seiner blumigen Strahlkraft einer der besten Verführer für Nebbiolo-Starter. Etwas kühler trinken bitte. Das Weingut macht 40.000 Flaschen von diesem Wein. Ein Drittel bis zur Hälfte davon könnte gesetzlich eigentlich Barolo sein, aber diese Trauben kommen hier eben in den Langhe Nebbiolo, was gerade im feinen und filigranen Jahrgang 2024 auch viel Sinn macht.