Tour Saint Christophe: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe 2025

Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 80%, Cabernet Franc 20%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2032–2055
Verpackt in: 12er OHK
pikant & würzig
strukturiert
saftig
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 95–96/100
Vinum: 95–97/100
Yves Beck: 94–96/100
Alexandre Ma: 94–96/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe 2025

97–98
/100

23 Hektar auf klassischem Kalk-Lehm-Terroir, biologisch bewirtschaftet und sehr präzise parzelliert. 2025 mit niedrigem Ertrag von rund 27 hl/ha – konzentriertes Lesegut aus einem frühen, trockenen Jahr. Gelesen vom 11. bis 24. September. In der Vinifikation wurde extrem fein gearbeitet: sehr, sehr zarte Extraktion, um keinerlei grobe Tannine in den Wein zu bringen. Teilweise Vinifikation im Beton für Frische und Klarheit, teilweise integral im Barrique für Struktur. Ausbau differenziert über 25% neues Holz, 15% Foudres und 60% gebrauchte Barriques. 14,5% Vol. Alkohol bei niedrigem pH von 3,35 – also viel Spannung bei gleichzeitig reifer Frucht. In der Nase zunächst ganz klar vom Merlot geprägt: satte, saftige Herzkirsche, dazu Veilchen, floral und einladend. Im ersten Moment reich und voll, fast opulent, aber nie schwer. Mit etwas Luft kommt dann Cassis dazu, bringt Frische und zusätzliche Tiefe. Gleichzeitig hebt sich das Ganze fast ein wenig ab, wird luftiger, feiner, mit einer zarten Minznote vom Cabernet Franc. Sehr schönes Spiel aus Reife und Frische. Am Gaumen dann richtig spannend: durchaus konzentriert, mit toller süß-saurer Pikanz. Die Säurefrische ist beachtlich, bringt Zug und Spannung und arbeitet wunderbar gegen die süße Frucht. Saftig, mundwässernd, mit schönem Druck aus der Mitte. Das Tannin ist fein, aber klar vorhanden, gibt Rückgrat und Struktur, bleibt durch die sanfte Extraktion aber immer geschliffen und kontrolliert. Ein sehr gelungenes Zusammenspiel aus Kraft und Frische, aus süßer Frucht und kühler Präzision. Viel Saft, viel Spannung, dabei immer elegant geführt. Im direkten Vergleich mit Bellefont-Belcier extrem spannend: Bellefont ist der leicht feinere, filigranere Wein, während Tour Saint Christophe die etwas konzentriertere, druckvollere Variante darstellt – für alle, die es einen Tick intensiver mögen. Ein beeindruckender Tour Saint Christophe mit toller Tiefe, Zug und Balance. 2025 sogar knapp vor seinem direkten Nachbarn Barde Haut und gleichwertig mit dem anderen Nachbarn Laroque. Ein tolles Trio hier oben auf dem reinen Kalksteinplateau. *** Tour Saint Christophe ist das erste Weingut und auch das Paradeweingut von Herrn Kwok, einem Investor aus Hongkong, der sich in Bordeaux Stück für Stück ein Imperium zusammengekauft hat. Allerdings geht es nur um absolute Topqualität. Das Team rund um den Regisseur Jean-Christophe Meyrou und den Önologen Jérôme Aguirre, die zuvor Château Le Gay und Château La Violette aus der Taufe in den Olymp gehoben haben, setzt mit voller Konsequenz auf Qualität. Das ist schon ein Extremisten-Team. Château Tour Saint Christophe ist mit das Spannendste, das es an Terroirs in Saint-Émilion gibt. So wie es an der Südseite, an der Côte Pavie, mit Château Pavie, Coutet und Bellefont-Belcier großartige Weingüter gibt, so liegt oben auf dem Plateau von Saint-Émilion in Richtung Castillon dieses Weingut auf komplettem Kalkstein mit leichter Lehmauflage. 23 Hektar, terrassenförmig in den Kalkstein gewachsen und das Ganze dann nochmal als Amphitheater ausgebildet. Biologische Weinbergsarbeit, ohne Zertifizierung. Extreme Dichtpflanzung mit Erträgen von circa einem halben Kilo pro Stock. Die Fermentation findet komplett ohne Schwefel in Barriques und in Betontanks statt. Der Ausbau dann komplett in Barriques, davon 40 Prozent neu, der Rest gebrauchtes Holz. Die Kalksteinterrassen sind in Süd-Südwestexposition und liegen direkt vis à vis Château Barde Haut. Aber eben mit der besseren Exposition. Die Weine verbleiben schwefelfrei bis kurz vor der Flaschenfüllung.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

95–96
/100

Suckling über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe

Medium- to full-bodied with delineated dark fruit and precise, delicate tannins, showing good freshness, a wonderful silky texture and a subtle saline note in the finish.

95–97
/100

Vinum über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe

Strahlend, kühle, fruchtig und floral im Duft, expressiv, dabei mit Tiefgang und deutlicher Kalknote; frischer Auftakt, zupackende Gerbstoffe, in Massen vorhanden und fein mit der Frucht verwoben, die Säure ist markant, verleiht Zug und Frische; der Wein ist voller Energie und endet im Abgang salzig und mit eindrucklicher Länge auf rotfruchtige Aromen. Ein monumentaler Tour Saint Christophe mit Rasse und Schliff, vermählt Kraft und Eleganz. (Trinken von 2030 bis 2065)

Verkostungsnotiz
94–96
/100

Yves Beck über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe

Das frische und fruchtige Bouquet von Tour Saint Christophe offenbart kreidige Noten sowie Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Veilchen und Kakaobohnen. Leicht cremig im Auftakt gewinnt der Wein nach und nach an Fülle. Er wird von einer prägnanten Säure getragen, die ihm Schwung verleiht, während die Tannine für eine perfekt dosierte Kraft sorgen. Ein würziger, vollmundiger, kräftiger und langanhaltender Wein mit einem funkelnden Abgang! Kalk, welch ein spannender Bestandteil vom Terroir!

Verkostungsnotiz
94–96
/100

Alexandre Ma über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe

Such is the confidence that comes with great terroir. Even in the drought of 2025, Château Tour Saint Christophe remains unhurried, arranging its structure with quiet precision. As the glass is lifted, chalky notes gradually appear, rising layer by layer like stacked blocks, while offering waves of juicy bayberry and black plum. Violet emerges gently at the center, never seeking attention, yet impossible to ignore. The aromatics open upward as the structure extends downward, and in this balance of lightness and weight, the tasting space naturally expands. Such poise also points to a remarkably open path for aging.

20
/20

Gerstl über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe

Eine atemberaubende Intensität strahlt aus dem Glas. Geballte schwarze Kirsche, Brombeere und Cassis. Dahinter etwas Sauerkirsche, Johannisbeere und Erdbeere. Zart würziger und floraler Hintergrund. Dieses Bouquet strahlt weit aus der Tiefe und zeigt die Kraft und Dichte des Jahrgangs auf eindrückliche Art und Weise. Was aber wirklich genial ist bei diesem Wein ist eine Balance und die saftige Säure die ihm eine gute Frische und den nötigen Ausgleich gibt. So wirkt der Tour Saint Christophe zwar dicht und intensiv aber nie zu üppig. Er zeigt sich in jedem Moment mit einer unbeschreiblichen Trinkfreudigkeit und nobler Harmonie. Die Tannine haben eine exzellente Qualität und geben dem Wein eine noble Cremigkeit. Sehr gut Länge und ein minutenlanges Finale mit würzigen Terroirnoten. Ein Tour Saint Christophe mit Muskeln und Charme der in einer eigenen Liga spielt. (pb)

Falstaff über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Zarte Edelholzwürze, ein Hauch von Brombeeren, schwarzen Kirschen und etwas Lakritze, kandierte Mandarinenzesten. Saftig, engmaschig, dunkelbeerig, reif tragende Tannine, mineralisch und anhaftend, gute Länge, sicheres Reifepotenzial.

Mein Winzer

Tour Saint Christophe

Der Name Chateau Tour Saint Christoph stammt aus seiner geografischen Lage. Die Reben werden in der Gemeinde Saint Christophe des Bardes, ein kleines Dörfchen östlich von Saint Emilion, bewirtschaftet.

Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru Classe 2025