80 Prozent Merlot, zehn Prozent Cabernet Franc und zehn Prozent Cabernet Sauvignon – das entspricht genau der Pflanzung. Gelesen wurden 39 Hektoliter pro Hektar. Vom 12. bis 15. September die Merlot, die Cabernets wurden ab dem 18. September für eine Woche gelesen. Die Fermentation geschieht spontan im temperaturkontrollierten Edelstahl mit maximal 26 Grad. Sehr softes Pump-over. Die Mazeration dauert bis zu fünf Wochen, um die Tannine wieder einzufangen. Der Ausbau dann für 12 Monate im Barrique, 20 Prozent neues Holz. Danach Zementtank. Château Saint-Georges 2025 ist dicht und reich. Viel schwarze Kirsche und saftige, intensive frische Zwetschgen. Dahinter süße rote Kirschen und ganz weiche, fast rötlich anmutende Brombeeren oder sehr dunkle Himbeeren. Guter Schub – eine feine Nase! Nutella kommt dazu, ein Hauch Holz und helle Lakritze, auch Veilchen und Flieder. Tolle Intensität zeigend. Wow, im Mund ist es schon ein großer Unterschied zu seinem Zweitwein. Bisher konnten wir den Erstwein nie bekommen, weil Jean-Philippe nicht im Besitz des Châteaus war. Jetzt den Erstwein oberhalb des Le Sacre zu positionieren ist eine große Freude! Weil der Wein einfach wirklich erhaben daherkommt. Ein fast ganz großer Wein! Schwebend mit satten, seidig-samtigen Tanninen, aber durchaus auch mit Grip. Ein Kalkstein-Schleier zieht sich durch. Tolles Holz, saftig und zupackend mit einer sehr guten Länge. Die Spannung, die Dichte und Energie in diesem Wein sind schon berauschend. Das sind die Schlüsselwörter für den Jahrgang 2025: Spannung und Energie. Denn wir haben im Grunde den Charme aus 2023 und die Saftigkeit und Frische aus 2019. Das mündet in diese unglaubliche Spannung und Energie bei superweichen Tanninen. Das ist schon ziemlich perfekt und steht für Minuten! Während des gesamten Textes habe ich ihn komplett präsent. Das ist nicht ganz der totale Druck und Schub wie aus dem Monbadon vom selben Besitzer. Dafür ähnelt Saint-Georges viel zu sehr einem Saint-Émilion. Aber er ist erhabener und schwebender und luftiger als Monbadon. Das ist für kleines Geld großes Kino – ich bin sehr begeistert! *** Château Saint-Georges ist DAS Château aus Saint-Georges Saint-Émilion. Man blickt hier über den Fluss direkt rüber nach Saint-Émilion. Das ist DER Punkt schlechthin in dieser Gemeinde, mit den besten Weinbergen. Das Château gehört Jean-Philippe Janoueix, der von 2013 bis 2024 in kleinen Schritten versucht hat, das Château zusammenzukaufen, bis er es 2024 erreicht hatte. 2025 konnte er erstmals den Erstwein vinifizieren. 42 Hektar mit durchschnittlich 35 Jahre alten Reben – 80 Prozent Merlot, zehn Prozent Cabernet Franc und zehn Prozent Cabernet Sauvignon. 5.500 Pflanzen pro Hektar. Überwiegend Molasse de Fronsadais, aber auch blauer Lehm und reiner Kalkstein. Die Reben stehen direkt oben auf dem Plateau in Süd- und Südostexposition. Wir haben schon lange den Zweitwein Le Sacre Saint-Georges im Programm. Den hatte man aus den ersten Käufen der Weinberge in den letzten 10, 12 Jahren gewonnen. Allerdings war es nicht das allerbeste Terroir des Chateaus und der Wein wurde nie in Barriques ausgebaut, weil es nicht die superbe Grundqualität und Dichte hatte.