L'Etampe: Chateau l' Etampe Grand Cru 2025

Chateau l' Etampe Grand Cru 2025

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 85%, Cabernet Franc 15%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2031–2055
Verpackt in: 6er OHK
strukturiert
saftig
pikant & würzig
Lobenberg: 96–97/100
Colin Hay: 92–94/100
Yves Beck: 92–94/100
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau l' Etampe Grand Cru 2025

96–97
/100

85 Prozent Merlot und 15 Prozent Cabernet Franc. 13,5 Volumenprozent Alkohol. Es gibt nur 6.000 Flaschen in diesem Jahr. 2024 war großes Kino, 2025 ist feiner. Wir haben rückwärts probiert, auch 2019 und 2020. Da ist schon eine verdammt gute Linie drin. 2025 ist erstmals nicht nur »organic«, sondern auch biodynamisch zertifiziert. In der Nase extrem süße, satte, charmante Walderdbeere und Waldhimbeere, dazu süße rote Kirsche und ganz feine Milchschokolade mit hellen Pralinen. Auch Orangenzesten und süße Mango. Alles ist wunderbar verwoben und charmant. Die Nase ist ein Gedicht! Der Mund dann sehr zart. Total geschliffenes Tannin, das Ganze ist tänzelnd und unglaublich fein. Wieder rote Frucht, hauptsächlich Kirsche, Erdbeere und Himbeere. Ganz fein, aber durchaus mit Struktur und einer guten, salzigen Länge. Ein zartes, kleines Wunderwerk, das im Ausbau durchaus noch etwas aufbauen wird. Es ist und bleibt ein Geheimtipp, in 2025 mehr denn je. Superber Erfolg! Kaufen, weil es so super interessant ist für seinen Preis! *** Château L’Etampe ist ein Grand Cru mit einer Fläche von nur 1,83 Hektar Weinreben, winzig klein, alles wird hier Handarbeit mit der Handschere gemacht. Der Boden der Weinberge besteht aus hellfarbigem Quarz (Sand / Kieselerde), der sich schnell und gut erwärmt. Der Weinberg hat somit den Vorteil einer Bodenwärmequelle. Diese uralten Sande spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Mineralhaushalts und der Regulierung des Wasserverbrauchs der Reben. Der von Bäumen gesäumte kleine Bach, der entlang der Weinreben fließt, kühlt die Bodenoberfläche an warmen Sommernächten und erleichtert so den Reifeprozess. Die Reben gedeihen in diesem gemäßigten Klima, das durch die Kombination des atlantischen Ozeans mit den Flüssen Dordogne und Garonne entsteht. Regen- und Hagelwolken neigen dazu, entlang der Flusstäler zu brechen, wodurch die Ländereien entlang des Figeac-Plateaus verschont werden. Der Weinberg verfügt über eine repräsentative Auswahl von Saint-Emilion-Sorten, wobei die Merlot durch die hier so wichtige und dominante Cabernet Franc ergänzt wird. Die Rebstöcke sind durchschnittlich 50 Jahre alt und in einer Dichte von 5.500 Stöcken pro Hektar bepflanzt. Die Weinberge von L’Etampe werden nach den Prinzipien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft kultiviert. Der Rebschnitt erfolgt nach der Doppel-Guyot Methode. Die Trauben werden von Hand gelesen, Parzelle für Parzelle in 10 kg Kisten. Die Trauben kommen vor dem Entrappen auf einen Rütteltisch und werden selektiv sortiert. Beim Entrappen werden die Beeren nicht angequetscht. Es beginnt also mit einer enzymatischen Gärung. Die Weine reifen dann in französischen Eichenfässern, von denen ein Drittel neu ist, für 16 bis 18 Monate. Das Weingut ist im Besitz der Familie Teycheney. Der Berater des Weingutes ist kein geringerer als Jean-Claude Berrouet, der frühere Winzer und Technischer Direktor von Chateau Pétrus, und sein Sohn Jean-Francois Berrouet. Sowie der eigentlich tätige junge Winzer des Chateaus, ein verrückter Weinfreak aus der Remy Martin Dynastie. Vergärung, Malo und Ausbau erfolgen hier komplett ohne Schwefel. Die Weine reifen dann in französischen Eichenfässern, von denen ein Drittel neu ist. Die Lage des Weinbergs ist direkt an der Abzweigung von Saint-Émilion nach Pomerol, also im Zulauf auf Cheval Blanc oder auch kurz neben Château Figeac auf der anderen Straßenseite. Die Voraussetzungen und die Story sind perfekt. Zumal der Besitzer, ein sehr reicher Bauunternehmer, wenig eingreift, da es ihm einfach um Ruhm und Ehre geht. L’Etampe ist 2016 irgendwo wie ein Phönix aus der Asche auferstanden, mit neuen Besitzern und neuen Winemakern. Das Weingut ist Demeter zertifiziert.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

Verkostungsnotiz
92–94
/100

Colin Hay über: Chateau l' Etampe Grand Cru

Saint-Émilion; 85% Merlot, 15% Cabernet Franc; a final yield of 32 hl/ha; 13.5% ABV; from Vignobles Jade; the consultants here are Jean-Claude & Jean-François Berrouet; certified organic and biodynamic). This is richer, plumper and fuller on the palate than Fleur de Lisse, the Cabernet Franc less essentially the star of the show but still very important to the identity of the wine. But this is much more a Merlot wine energised by Cabernet Franc. Indeed, one almost has the impression that the Merlot sets the stage for, and defines, the parameters for the Cabernet Franc's dynamising performance. This, too, is very beautiful, though in a slightly more sombre, even haunting kind of a way. I love the coolness of the finish where I find almost a hint of incense.

Verkostungsnotiz
92–94
/100

Yves Beck über: Chateau l' Etampe Grand Cru

Entre les nuances florales et les notes de cerises, le bouquet révèle subtilement sa fraîcheur en prenant soin de valoriser chaque élément présent. Élancé en attaque, le vin gagne en étoffe le long de son cheminement. Les tannins veloutés lui confèrent un peu de puissance et sont en phase avec le côté structurant de l'acidité. Un vin sapide qui doit encore se détendre, respectivement s'épanouir, mais il n’en est pas moins charmant ! Propriété de 1,5 ha située à Saint-Émilion. Élevage dans 56 % de barriques et 44 % de foudres. Fruité, le bouquet révèle des notes de baies rouges et d'épices. Il s'illustre par sa fraîcheur et son harmonie. Schéma identique en bouche où le vin bénéficie de l'appui d'une structure salivante et de tannins parfaitement intégrés. Un vin salivant.

Mein Winzer

L’Etampe

Ein bemerkenswertes Stückchen Land in einer außergewöhnlichen Umgebung. Gelegen auf dem Plateau de Figeac im Saint Emilion, in dem Dorf »Montlabert«, das UNESCO-Weltkulturerbe ist. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Chateau Cheval Blanc und Chateau Figeac. Das Chateau l’Etampe ist ein Saint Emilion...

Chateau l' Etampe Grand Cru 2025