Deyrem Valentin: Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur 2025

Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur 2025 1,5 l

Holzkiste

Zum Winzer

Cabernet Sauvignon 58%, Merlot 40%, Petit Verdot 2%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2031–2050
Verpackt in: 6er OHK
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 97–98/100
Yves Beck: 94–95/100
Vinum: 93–95/100
Gerstl: 19/20
Frankreich, Bordeaux, Margaux
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur 2025

97–98
/100

Die Assemblage von Deyrem Valentin in 2025: 58 Prozent Cabernet Sauvignon, 40 Prozent Merlot und zwei Prozent Petit Verdot. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,5 Volumenprozent, der pH-Wert bei 3,65. Gelesen wurde bis zum 23. September. Der Wein steht schwarz mit blauroten Reflexen im Glas. Intensive Brombeere und satte Veilchen in der Nase, dazu schwarze Johannisbeere und etwas schwarze Kirsche. Singend, hochintensiv und sehr aromatisch! Diese Kombination aus dunkler Frucht und floraler Frische ist genau das, was diesen Jahrgang so faszinierend macht. Der Mund überrascht dann umso mehr: Satte schwarze Kirsche, Maulbeere, weich, schiebend und opulent, ohne dabei jemals fett zu sein. Das ist dieser typische 2025er-Charme: Opulenz ohne Schwere, Dichte ohne Druck. Das ist enorm charmant und cremig dazu! Kühl und doch reich und opulent, aber total fein in der Tanninstruktur. Nichts ist rau, nur samtig-schiebend in den salzig-mineralischen Nachhall. Aber 2025 ist ganz anders als die Jahrgänge davor, weil es so eine Leichtigkeit, Luftigkeit und Erhabenheit ausstrahlt und trotzdem dicht ist mit sattem, butterweichem Tannin. Was für eine tänzelnde, weiche Schönheit… So unanstrengend! Alles ist da und von allem sehr viel! Nur nichts Raues, nur Feinheit und Seidigkeit. Deyrem Valentin hat 2025 eine sensationelle Würze. Grandios! Der Wein wird nie anstrengend, er ist immer schön. Ein Wein für Anfänger wie für Fortgeschrittene. In der Leichtigkeit und Samtigkeit eine echte Schönheit, nur ungewohnt für Margaux-Trinker, weil es einfach so viel, so weich, seidig und dabei so schwarz ist. Ich finde das beeindruckend! *** Deyrem Valentin existiert schon seit 1730 in dieser Ausdehnung und befindet sich seit 1928 im Besitz der Familie Sorge. Die Regisseurin ist die Tochter des Hauses, Christelle Sorge. Das Weingut hat insgesamt 13 Hektar. Beraten wird es von niemand geringerem als Hubert de Boüard, dem Besitzer von Château Angelus in Saint-Émilion. Das winzige Weingut liegt mitten in Margaux auf einem Sand und Kies Plateau. Hervorragende Drainage. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei gut 40 Jahren. In den letzten zehn bis 15 Jahren wurde massiv in die Weinberge investiert: Bessere Klone, höhere Pflanzdichte. Die Familie Sorge liegt mit ihrem Besitz auf dem besten Terroir von Margaux und wird oft nicht beachtet. Vielleicht ist das Weingut einfach zu klein. Es ist eines der Superschnäppchen von Margaux, bekommt aber – ohne im Bereich der klassifizierten Weine zu sein – niemals die Aufmerksamkeit, um eine große Nummer zu werden. Was uns sehr recht ist, denn Deyrem Valentin ist nicht nur einer der vorzüglichsten Weine in der Appellation, sondern eben auch das Superschnäppchen. Im Weingut werden keine Pumpen verwendet. Der Ausbau findet im Barrique statt, davon 50 Prozent Neuholz, der Rest einjähriges Holz. Die Gesamtproduktion liegt bei 60.000 Flaschen.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

Verkostungsnotiz
94–95
/100

Yves Beck über: Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur

Dieses frische und komplexe Bouquet offenbart zahlreiche Nuancen mit Düften von roten Johannisbeeren und Cassis, begleitet von blumigen Noten und einem Hauch von Kräutern, der für Frische steht. Fein und präzise im Auftakt, entwickelt sich der Wein geradlinig; er fließt nahtlos in einem Zug bis zum Finale. Er besticht durch eine gut dosierte Kraft, die er seinen noch ein wenig kantigen, aber kurz vor der Einbindung stehenden Tanninen verdankt, während die Säure für eine frische und lebhafte Note sorgt. Ein wunderschöner Wein.

93–95
/100

Vinum über: Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur

Tiefgründig, mit dunkler Kirschfrucht und Veilchennoten, dahinter reife Brombeeren und Kräuterwürze; am Gaumen satt, rund und weich, packt dann zu, die Gerbstoffe sind fein mit der Frucht verwoben, spannungsvoll präzis, ungemein knackig und von sehr guter aromatischer Länge. Ein Wein, der jeden Franken wert ist. Viel Margaux fürs Geld. (Trinken von 2031 bis 2060)

19
/20

Gerstl über: Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur

Das ist wieder so ein verführerisch frischer 2025er Duft, wie immer auf der zarten Seite, dennoch wunderbar aromatisch, duftig, eine himmlische Duftwolke. Köstlich süsser Auftakt, hohe Konzentration, und auch der bleibt dabei leichtfüssig, bewahrt die Eleganz, das ist pures Trinkvergnügen, sagenhaft delikat, finessenreich, gleichzeitig kraftvoll, richtig voluminös, vollmundig, ein Wein mit immensem Potenzial, trotzdem so leicht zu trinken, das ist schon das ein Traumwein, immer mehr zeigt sich, dass 2025 ein absolut überragender Jahrgang ist, dieser Wein hier ist ein weiterer eindrücklicher Zeuge dafür. (mg)

Verkostungsnotiz

Jeff Leve über: Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur

Lush, creamy, and fresh, with sweetness and flesh, the finish delivers its layers of ripe, juicy, dark, deep fruits with ease. Give it just a year or two of bottle age, and the wine promised to offer pleasure for 15-20 years after that. Drink from 2029-2050.

Mein Winzer

Deyrem Valentin

Seit 1730 ist das im Herzen des Margaux gelegene Chateau Deyrem Valentin im Besitz der Familie Sorge. Jean Sorge bewirtschaftet die 13 Hektar zusammen mit seinen Töchtern Sylvie und Christelle.

Chateau Deyrem Valentin Cru Bourgeois Supérieur 2025