In 1902 wurzelecht gepflanzte Reben, ein Hammer. Wie bei den anderen Rotschiefer-Weinen haben wir hier im Herrenberg GG mehr Druck und prägnantere Würze als bei den feineren Ritsch oder Laurentiuslay. Rotschiefer gibt immer mehr Textur und Druck in den Weinen, aber wenn man den Lesezeitpunkt richtig trifft geht es nicht in die Breite. Da muss man schnell sein. In 2025 gab es keinen Frost, auch keine längeren Trockenphasen, keine extreme Hitze. Es war Regen und Sonne im Wechselspiel, aber im Grunde keine Extreme, ein sehr klassischer, warmer Sommer. Mitte September kam dann der große Regen, da musste man extrem schnell sein und am Ende auch gut selektieren. Für Christopher Loewen war der Regen dahingehend gut, dass man dann nicht noch später hätte lesen können. Man musste alles reinholen, dadurch haben die Weine dann etwas mehr Spannung erhalten. Es ist dennoch ein sehr charmanter, cremiger Jahrgang. Wir haben 8.5 g/l Säurewerte bei 3 g/l Restzucker, das ist nochmal einen Ticken trockener als 2024. Durch den hohen Charmefaktor und die Zugänglichkeit des Jahres ist das aber alles andere als extrem. Er hat eine geniale Frucht, irgendwo zwischen Mirabelle und Kumquat, auch grüne Mandarine, zerstoßener Stein. Die Textur ist cremig, sehr dicht, dazu aber die kräuterig-steinige Aromatik der Lage. Der Herrenberg ist diese sehr ansprechende, fast explosive Nummer und so anders als die Steinhammer Laurentiuslay oder Ritsch. Es wird nicht fetter, es behält schon dieses salzig-würzige Spiel und die Vibration, aber es kommt hier tieftöniger, basslastiger und etwas charmanter rüber. Der Herrenberg ist eines der Highlights bei Loewen in 2025.