Für die Schaumweine von Black Chalk werden ausschließlich eigene Trauben von 12 Hektar Rebfläche in Hampshire (im Süden Englands) verwendet. Hier haben wir ein herausragendes Kalkstein-Terroir, das beinahe identisch ist mit dem der Champagne. Hier werden alle Schaumweine als Jahrgangsweine gemacht. Ziel ist es, die Identität jedes Jahres auf die Flasche zu bringen. Für den Paragon werden ausschließlich die besten Chardonnay-Reben aus dem »Upper Levels Vineyard« verwendet. Die Trauben werden streng selektiert und anschließend zu 50 Prozent im Stahltank und zu 50 Prozent in Eichen-Fuderfässern ausgebaut. Dabei wird keine Malo (der biologische Säureabbau) durchgeführt, um die spannende Frische des Weins zu bewahren. Nach der traditionellen Flaschengärung bleibt der Wein mindestens 32 Monate lang auf der Hefe, bevor degorgiert wird, anschließend folgen weitere 6 Monate Flaschenreife vor dem Markteintritt. Es wurden gerade einmal knapp über 2.700 Flaschen von diesem Wein gemacht! Brillant leuchtendes Zitronengelb mit sehr feiner Perlage. Schon die Nase vereint reife gelbe Frucht mit zitrischer Spannung. Mirabellen, gelbe Äpfel, sonnengereifte Zitronen, weiße Obstblüten mit einem schwebenden Hauch brauner Gewürze und Vanilleschote. Eine kleine Brise Zitronengras und Melisse verspricht Frische. Es scheint, als läge ein monumentaler Schleier aus nassem Kalkstein über all diesen Aromen. Paragon ist dabei nicht laut, sondern wohldosiert harmonisch und beim bloßen Riechen sogar eher elegant, mineralisch und zurückhaltend. Der erste Schluck und ich bin überwältigt – dieser Stoff ist sooo saftig! Reifer Pfirsich und Nektarine mit roten Äpfeln, ultra viel Passionsfrucht, eingelegter Zitronenschale und Zitronensaft. Die angenehm säuerlichen Noten balancieren die herrliche Saftigkeit des warmen Jahrgangs. Aromatisch erinnert der Wein an die Exotik des Riesling GG St. Nikolaus von Peter Jakob Kühn, aber eben mit wunderbar feiner, cremiger Perlage. Der Speichelfluss wird angeregt und man nimmt unweigerlich den nächsten Schluck. Die langanhaltende Salzigkeit am Gaumen gibt dem Paragon mineralische Definition und Würze. Ich finde ihn bei meiner Probe im Frühjahr 2026 ziemlich perfekt, aber aufgrund der klassischen Säurestruktur kann dieser Wein garantiert lange Jahre reifen. Die englischen Weinregionen sind mit Sicherheit Gewinner in Zeiten des Klimawandels, denn aufgrund des marginalen Klimas der nördlichen Breitengrade ist hier auch in wärmeren Jahrgängen aufregende Spannung für die Geschmacksknospen garantiert. Dennoch erinnert die Säure eher an Champagner vor 30 Jahren. Im Gegensatz zur breiteren Stilistik von Sugrue ist der Paragon ein definierter Finessekünstler, dabei ist dieser Wein mit 10 g/l Restzucker ein klassischer »Brut«. Bodybuilder gegen Marathonläufer. Dieser Stoff ist schlichtweg wunderbar! Spannung und trinkanimierender Spaß im Glas mit langem zitrischem Nachhall.