Für die Schaumweine von Black Chalk werden ausschließlich eigene Trauben von 12 Hektar Rebfläche in Hampshire (im Süden Englands) verwendet. Hier haben wir ein herausragendes Kalkstein-Terroir, das beinahe identisch ist mit dem der Champagne. Auch die Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier wurden nach dem Vorbild der Champagne ausgewählt. Bei Black Chalk werden alle Schaumweine als Jahrgangsweine gemacht. Ziel ist es, die Identität jedes Jahres auf die Flasche zu bringen. Der Ausbau der Grundweine erfolgt zum Teil in Holz, allerdings ohne Malo (den biologischen Säureabbau), um die knackige Säure zu erhalten. Anschließend folgt die traditionelle Flaschengärung mit mindestens 22 Monaten Reifezeit auf der Hefe, bevor degorgiert wird. Das sorgt neben der typisch britischen, »zitrischen« Spannung für Cremigkeit und extra Komplexität. Vor dem Markteintritt folgen weitere 6 Monate Flaschenreife. Mittleres Goldgelb mit feiner, cremiger Perlage. Wunderbar gelbfruchtige Nase mit reifer Meyer-Zitrone, Quittengelee, Birnen und harmonischen Noten von Vanille, Brioche und einem verführerischen Hauch Tonkabohne. Die mineralischen Noten sind hier sehr präsent und zeigen sich in Form einer salzigen Meeresbrise und erdig-würzigem Kalkstein. Der Mundeintritt ist cremig und harmonisch, doch gleich im nächsten Moment breitet sich die salzig-zitrische Säure wie ein Fächer blitzschnell und erfrischend auf der Zunge aus. Die Böden im Süden Englands sind wie gesagt zum Teil identisch mit denen der Champagne, aber durch den deutlich weiter nördlichen Breitengrad ist das Klima hier noch eher marginal für den Weinbau. Die Säurestruktur der Weine ist daher oft eher für »geübte« Gaumen oder Liebhaber der klassischen Riesling-Säure attraktiv. In diesem Wein ist sie zitrisch, salzig und spannungsgeladen, doch zugleich auch wunderbar harmonisch. Ich musste eine ganze Weile suchen, um einen derart genialen Wein mit herausragender Säurestruktur aus England in diesem Preisbereich zu finden. Die ultrafeine, harmonische, cremige Perlage hinterlässt schwebende braune Gewürze von Muskatnuss, einem Hauch Zedernholz und frisch gebackenem Croissant auf der Zunge. Reifer gelber Apfel, Zitronen- und dezent bitterer Limettenabrieb sowie unwiderstehliches Vanille-Brioche klingen im langen, salzigen Nachhall am Gaumen nach. Black Chalk ist ein noch relativ neues Weingut und ich bin überzeugt, man wird noch viel davon hören. Stilistisch ist dieser Stoff im Vergleich zu Sugrue filigraner, präziser und zarter, das geht schon eher in Richtung eines Taittinger Comtes de Champagne. Der Wein braucht den Vergleich mit Jahrgangschampagnern auf jeden Fall nicht zu scheuen!