Der Frauenberg ist so unglaublich präzise und zupackend und so tiefmineralisch in dieser kristallinen Präzision. Voll auf karger Kalkigkeit laufend. Schon beim ersten hineinriechen kommt mir hier das Kirchspiel in Westhofen in den Sinn, es läuft in eine ähnliche Richtung. Der Frauenberg war HO Spaniers Eintrittskarte zum Zellertal, es war seine erste Parzelle hier und ist bis heute eine Herzensangelegenheit. 2024 war der 30. Jahrgang Frauenberg für HO und eines der besten GGs des Jahrgangs, jetzt geht es mit 2025 in die nächste Runde. Und in Sachen Intensität und elegante Wucht setzt er noch einen drauf. Wir sind am Sweet Spot von 12.5% vol., also absolut nichts Opulentes, aber wie viel Pferde stecken denn da unter der Haube?! Das ist Kalkstein-Power auf die Zunge gezimmert, glockenklar und hell, mit feinstem Rauch, grüner Quitte, Mirabelle, Kumquat, Bleistiftabrieb, Feuerstein. Ein strahlend-feiner Wein, der die Sonne aus dem Glas scheinen lässt. Hell, klar, kristallin. Unendlich schick. Aber im Mund: wow! So viel Druck, dass man die Augen zusammenkneift, die Gerbstoffen setzen sich an den Backen fest, zupackend, tief und nur geradeaus. Ein Riesling so präzise und klar wie ein Schweizer Uhrwerk – und doch hat 2025 in all seiner Eleganz eine ungeheuerliche Power. Ein echt faszinierender Jahrgang