Nur Grand Cru im Pinot Noir, die besten Lagen der ganzen Appellation, direkt neben Bollinger. Und direkt im Weingut, im Hof (Le Clos) ein halber Hektar alte Reben. Clos de Mesnil für weiß, da muss es doch ein qualitatives Gegenstück für Pinot-Noir-Champagner geben. Mesnil liegt im Herz der Cotes de Blanc, dieser Clos von Clouet im absoluten Zentrum der Grands Crus der Pinot Noirs, Bouzy. Ausbau der Grundweine im Holz, lange auf der Hefe. Langes Hefelager in der Flasche, im Juni 2023 degorgiert mit 3.5 Gramm Dosage. Schon in der Nase ein Ausnahme-Stoff, der wahnsinnig beeindruckt. Power und doch cremig, ja fast etwas sahnig-buttrig. Ungeheuer dicht und schmelzig, satte Brioche-Noten als stünde man direkt in der feinsten Pariser Bäckerei. Im etwas kühleren 2011 sind wir bei kandierter Agrumenfrucht, Orangenblüten, Haselnussöl, frische Brotkruste. Eine Nase von köstlich barocker Opulenz, wie eine Gänseleber als Champagner. Der Schmelz und die Saftigkeit bestechen neben dem Druck, immer wieder rauscht rauchiger Kalkstein durch, nebst Mandarine und süßsalziger Quitte, nebst frischer Apfeltarte mit Zimt und warmem Brotteig. So gewaltig dieser Stoff in seinem Auftreten ist, so hervorragend trinkt er sich durch die perfekte Dosierung und den cremigen Schmelz. Nur in Magnums gefüllter Superstoff, und von denen gibt es nur gut 1000. Rar und ungeheuer schön!