Ampeleia: 16 File 2020

Ampeleia: 16 File 2020

Cabernet Franc 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2045
strukturiert
pikant & würzig
Lobenberg: 96/100
Italien, Toscana, Maremma
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
16 File 2020

96
/100

Die Zukunft der roten Rebsorten der Toskana liegt neben der einheimischen Sangiovese mit Sicherheit bei der Cabernet Franc, denn die kann auch in wärmeren Klimazonen und Jahrgängen eine wunderbare Frische bewahren. Von diesem ersten Release des reinsortigen Cabernet Franc aus einer Einzelparzelle von Ampeleia wurden gerade einmal exklusive 900 Flaschen abgefüllt. Die Reben stehen in einem kühleren Mikroklima auf 500 Höhenmetern und sind komplett von Wald umgeben. Mini-Erträge werden von Hand gelesen, dann 10 Tage lang auf den Traubenschalen mazeriert. 10 Prozent Ganztrauben, also mitsamt der Rappen – die tragen zu noch mehr Frische und Würze bei. Der Ausbau erfolgt anschließend komplett im Beton. Im Alter von über fünf Jahren steht der Wein in tiefem, beinahe undurchsichtigem Violett extrem jugendlich im Glas. Die klare, attraktiv duftende und präzise Nase verspricht einen vielschichtigen, würzigen Wein, der nicht lange fackelt, um sich zu präsentieren. Aber der erste Eindruck täuscht, der Stoff ist definiert und keineswegs laut – er packt nach und nach sehr sanft, beinahe streichelnd weitere Aromen aus. Dieser 16er File lädt dazu ein, erforscht zu werden. Die Franzosen würden ihn ganz klar als »Vin de Méditation« betiteln. Dunkle Pflaume, Heidelbeere, Brombeere und saftige Schwarzkirsche in Balance mit dezent sauren Noten wie Hibiskus, Holunder- und Boysenbeere. Sanfte Noten von grünem Tee, Curry, wilde Kräuter, Maggikraut, warme, erdige Noten, braune Gewürze, ein Hauch Vanille, Cassis-Wine-Gums sowie getrocknete gelbe und blaue Blüten. Die präzise, salzige Kalkstein-Mineralik wird mit etwas Luft immer lauter. Im Mund ist der Wein ebenso definiert wie klar und präzise. Sauerkirsche, Cassis mit ultra-samtigen, geschliffenen Tanninen, die erst im Nachhall pudrig auf der Zunge auftauchen und die tonhaltige Mineralik freilegen. Die harmonische, knackige Frische lässt den Stoff elegant über die Zunge gleiten. Herzkirsche, braune Gewürze, 100-prozentige Bitterschokolade und intensive aromatische Veilchen-Noten hallen lange nach. Schicker Stoff und neben dem Ampeleia ein kleiner Schritt nach oben in Bezug auf Präzision, Feinheit und Klarheit. Wird mit Sicherheit mit ein paar weiteren Jahren Flaschenreife weiter zulegen. Wie alles bei Ampeleia natürlich mit der durch und durch biodynamischen DNA gemacht.,

Mein Winzer

Ampeleia

Ampeleia liegt in der toskanischen Alta Maremma, idyllisch von Wäldern umgeben. Die ganzheitliche Herangehensweise umfasst neben Reben auch eigene Kühe, Hühner, Weizenfelder und Olivenhaine. Mehr Bio geht gar nicht!

16 File 2020