Dieses biodynamische Weingut erzeugte sensationelle 25 Hektoliter pro Hektar. Das ist der höchste Ertrag seit 2008 hier bei Vincent Avril. Verglichen mit andern Erzeugern ist das immer noch gar nichts, aber für Clos des Papes ist das eine Rückkehr zur Normalität. Alles wird komplett entrappt. Vincent Avril ist derjenige, der nur noch alle zwölf zugelassenen Traubensorten verwendet. Einige Tage Kaltmatzeration. Natürlich dann spontan vergoren, das Ganze verbleibt 4 Wochen im Zement-Gärtank. Die alkoholische Fermentation läuft also über 2 Wochen, danach Verbleib des Weines auf den Schalen für 1-2 Wochen. Dann abpressen und in die großen Tanks. Der Wein durchläuft im Beton-Tank auch die malolaktische Gärung. Danach wird noch im Tank, also nach 4 Wochen, mit Eiweiß geschönt um alle Sedimente heraus zu bekommen. Dies geschieht nach dem Abstich aus dem Beton im Stahltank. Es wird nicht filtriert, aber es wird aber dann schon ziemlich klar, ohne grobe Hefe in die großen alten Holzfässer gepumpt. Niemals neues Holz. Frühestens nach 3-4 Jahren wird ein neues Holzfass eingesetzt. Dieser Wein bleibt dann ohne umpumpen für gut 12 Monaten in den großen Holzfässern und geht direkt danach zum abfüllen. Eine Besonderheit im Jahr 2016 ist, dass der PH-Wert mit 3,7 sehr tief. Die Säure ist für Clos de Papes höher denn je, auch wenn der Alkohol mit 15% bis 15,5% zu den höheren gehört. Vincent vergleicht 2016 mit 2010 und 1990, näher an 1990. Aber er sagt das gleiche, was vorher schon Michel Tardieu und Bruno von Caillou gesagt haben. Wir sind einfach gegenüber 1990 20 Jahre weiter in der Weinbergsbearbeitung und in der Entwicklung. Hier bei Clos des Papes in der Biodynamie wie bei Clos Caillou. Und wir haben in 2016 die weitaus reiferen, geschliffeneren Tannine und die höhere Säure als 2010 und 1990. Also eine Plus Version der beiden zuvor genannten Jahre. Vincent führt aus, dass er trotz der Intensität des 16ers persönlich aber den feineren 2015 vorzieht. 2015 ist ein Jahrgang wie 2005, ein Jahrgang der total elegant ist, unglaublich viel Freude macht, und auch schon in den nächsten 15-20 Jahren toll getrunken werden kann. Auf 2016 sollte man laut Vincent Avril hingegen tunlichst 25 Jahre warten. Der Wein ist verschlossen und zeigt aber trotzdem eine sehr reiche, sehr dichte Frucht. Er ist nicht laut, ist wie 2016 auch bei anderen Erzeugern, ganz auf der feinen Seite, aber trotzdem total dicht in der Fruchtaromatik. Aus 12 verschiedenen Rebsorten. Eine ganz saubere Definition kann es und soll es nicht gegeben, Komplexität ist das Ziel. Aber natürlich ist die Majorität bei gequetschter Himbeere, Zwetschge, auch ein bisschen Hagebutte, Schlehe. Viele rote Aromen. Die Syrah mit ihren schwarzen Aromen ist in der Minderheit. 55% Grenache, 30% Mourvedre, 10% Syrah, und die anderen Rebsorten teilen sich den Rest auf. Wenn Vincent neu pflanzt geht er jetzt immer auf Mourvedre, weil sie perfekt mit der Grenache harmoniert. Und weil die spät reifende Mourvedre im Zuge der Klimaveränderung immer besser wird. Und das Ergebnis zeigt sich seit Jahren eben durch den Anstieg des Mourvedre Anteils. Die Nase ist auf jeden Fall eine Wucht. Weil sie unglaublich dicht ist, weil sie für Clos des Papes so reich ist. Sie ist nicht fett, aber dicht, würzig und sehr voluminös. Der Mund ist erstaunlich Tanninscharf. Das Tannin ist komplett seidig, aber in Massen vorhanden. Was ich schon bei Clos Caillou hatte, kommt auch hier, eine unheimliche Menge an Salz. So eine kalksteingetriebene, salzige Mineralität bis ins Unendliche. So viel Druck und trotzdem nicht fett. Das Ganze mit der hohen Säure. Das klingt jetzt, als sei dies ein lauter Kracher. Nein im Gegenteil, es ist ein feiner Wein. Aber diese Intensität der Mineralik, des Salzes, auch der Frucht, bei total geschliffenem Tannin und hoher Säure, ist schon phänomenal gut. Ganz sicher gehört er zu den großen Clos des Papes, aber wie Vincent Avril schon anmerkte: Er gehört erstmal 25 Jahre weggesperrt. 100/100