Seit 2006 ist alles Bio bei Wagner-Stempel, ab 2009 offiziell zertifiziert. Alles stammt von eigenen Flächen und ist Erzeugerabfüllung bei W-S, es gibt keinerlei Traubenzukauf. Der Wein wird spontan vergoren und in einer Mischung aus Edelstahltanks und deutschen Stückfässern ausgebaut. »2025 ist so schön, so gelbfruchtig und sexy. Aber eben mit genialer Säure. Das ist einfach gut. Erinnert mich an 2015 oder 2011.« freut sich Daniel Wagner während unserer Probe. Der Porphyr ist ein Vulkanstein-Riesling wie aus dem Bilderbuch. Wild, vibrierend, würzig, reduktiv, rauchig, erinnert fast ein wenig an die Weine von den Kanaren oder eben der mittleren Nahe, also tiefgreifender Vulkan-Charakter. Der Wein stammt zu 70 Prozent aus der Großen Lage Heerkretz, der Rest ist Große Lage Höllberg. Die Heerkretz ist sehr karg und kühler auf Hochlage, der Höllberg ist wärmer und reicher. Diese Gegenpole geben dem Wein ein aufregendes Spannungsfeld. 2025 ist so köstlich, dicht und saftig, mit Mirabelle, Nektarine, Grapefruit, Schießpulver, Flint. Im Mund total reife, weinige Fruchtdichte, die Säure ist seidig-reif, zupackend zwar, aber nicht so grünlich wie im Vorjahr. Hohe Spannung aus vollreifer, fast üppiger Frucht. Was will man mehr. Man ist geneigt diesen Riesling an die kühle Nahe zu stecken, aber das ist ja oft so mit Daniel Wagners Weinen. Sie haben so atemberaubend viel salzigen Mineralausdruck in einer Puristik, dass es kracht. Und dennoch sind sie durch ihre zarte Rieslingfrucht nie zu brachial, sondern ganz fein austariert. Toller Stil und eine willkommene Ergänzung in unserem starken Rheinhessen-Portfolio. Solche Ortsweine braucht das Land, das ist ganz weit vorne.