Der Wein wird spontan vergoren und in einer Mischung aus Edelstahltanks und deutschen Stückfässern ausgebaut. Der Porphyr ist ein Vulkanstein-Riesling wie aus dem Bilderbuch. Wild, vibrierend, würzig, reduktiv, rauchig, erinnert fast ein wenig an die Weine von den Kanaren oder eben der mittleren Nahe, also tiefgreifender Vulkan-Charakter. Der Wein stammt zu 70 Prozent aus der Großen Lage Heerkretz, der Rest ist Große Lage Höllberg. Die Heerkretz ist sehr karg und kühler auf Hochlage, der Höllberg ist wärmer und reicher. Diese Gegenpole geben dem Wein ein aufregendes Spannungsfeld. In der Nase nasser Stein und Alpenkräuter, straff und schlank, richtig zupackend, köstlich karg. Es geht ein bisschen zum weißen Pfirsich und zu grüner Birne, keine Exotik. Der Mund ist salzig-frisch, hat Feuerstein und Austernwasser, aber auch eine geschmeidige, zarte, helle Frucht, die trotz der hohen Spannung keine Extreme zeigt. Man ist geneigt diesen Riesling an die kühle Nahe zu stecken, aber das ist ja oft so mit Daniel Wagners Weinen. Sie haben so atemberaubend viel salzigen Mineralausdruck in einer Puristik, dass es kracht. Und dennoch sind sie durch ihre zarte Rieslingfrucht nie zu brachial, sondern ganz fein austariert. Toller Stil und eine willkommene Ergänzung in unserem starken Rheinhessen-Portfolio. Solche Ortsweine braucht das Land, das ist ganz weit vorne.