Weingut Max Ferd. Richter: Riesling Graacher Himmelreich Kabinett 2024

Weingut Max Ferd. Richter: Riesling Graacher Himmelreich Kabinett 2024

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
10,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2044
mineralisch
fruchtbetont
frische Säure
Lobenberg: 93+/100
Suckling: 91/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Graacher Himmelreich Kabinett 2024

93+
/100

Die Reben sind 80 bis 100 Jahre alt und wurzelecht, direkt am Schriftzug des Himmelreichs oben gelegen. Verwitterter blaugrauer Schiefer. Spontanvergoren auf unter 5 Gramm Restzucker, also für Moselverhältnisse wirklich trocken. Das ist immer ein wunderbarer Wein, weil er etwas verkörpert, das nur die Mosel kann: trockenen Riesling in solch unendlicher Leichtigkeit. Im Duft nasser Stein und weißer Pfirsich, grüner Apfel, Grüntee. Diese wilde Steinigkeit von Graach kommt sehr schön durch. Es ist ein bisschen die Harmonie von 2016 mit mehr Säurefrische, auch 2008 kommt in den Sinn. Tolle Klassik, ein ganz feiner, leichter Riesling.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

91
/100

Suckling über: Riesling Graacher Himmelreich Kabinett

A striking nose of lemon curd, yellow apples and fresh herbs. Sleek and crisp on the light-bodied palate, this is very refreshing, but without a hint of sharpness. From a high-altitude parcel with over 70-year-old vines. Drinkable now but better from 2026. Screw cap.

Mein Winzer

Weingut Max Ferd. Richter

Mosel-Riesling - seit 1680! Viele Betriebe rühmen sich mit Historie und Tradition, aber nur bei wenigen ist es so zutreffend wie bei Max Ferd. Richter. Ein Familienbetrieb in zehnter Generation, der seit 1880 einen der größten und umfangreichsten Fasskeller der Mosel besitzt. Knapp 20 Hektar in den...

Riesling Graacher Himmelreich Kabinett 2024