Es gab 2024 nur 15 hl/ha Ertrag im Betriebsschnitt bei Bertram-Baltes. Erst der heftige Frühjahrsfrost und dann extreme Peronospora-Attacken und anhaltende Regenfälle, die gerade für die Bio-Winzer eine große Herausforderung waren. Aromatisch ist es ein kühleres, moderat reifes Jahr, ähnlich wie 2016, das für grandios elegante, kühle Spätburgunder gesorgt hat. Wirtschaftlich war das Jahr eine Katastrophe, weil selbst die Basis einen Arbeitsaufwand wie GGs/Lagenweine erfordert haben, um die Qualität zu bringen, aber am Ende ging es nur so, dann ist auch die Basis schon superb und in den Lagen wird es richtig individuell. In den Weinbergen arbeiten Bertram-Baltes mit Permakultur in Dauerbegrünung. Das ist in der Steillage mit alten Reben ein extremer Aufwand. Alle Weine werden komplett gleich bearbeitet, schon der Gutswein Handwerk wird händisch Beere für Beere selektiert auf dem Sortiertisch, bis hoch zu den Lagenweinen. Die spontane Vergärung findet in offenen Edelstahl-Gärständern statt. Bei Bertram-Baltes gibt es mittlerweile nahezu keine Barriques mehr, alles wird in 600 und 1200 Liter Fässern ausgebaut, kein neues Holz. Der Hardtberg ist sonnig exponiert, aber windoffen und kühl durchlüftet. In der Nase Schießpulver über dunkler Sauerkirsche, Brombeerbusch, Graphit. Eine ganz feine Klinge im Mund, straight, filigran und enorm leichtfüßig. Manchem mag der Wein sogar zu leicht sein für einen Lagenwein, das ist fast schwebend, trotz seiner konzentrierten Struktur. Aber wer auf so abgehobene, supertänzelnde und superfrische Pinots steht wie etwa im Jura, der oder die wird auch das mögen.