Lobenberg: Vincent Couche bewirtschaftet alle seine Lagen biodynamisch. Der gesamte Betrieb ist Demeter-zertifiziert. Der Elegance ist ein Blend aus zwei Gemeinden, Buxeuil und Montgueux. Wie viele Reben im Süden, also an der Cote des Bar, liegt Buxeuil auf Kimmeridge-Kalkmergel wie Chablis. Montgueux hingegen hat Kreide und Silex. Eine eigenwillige, spannende Mischung in diesem Champagner. Zwei Drittel Pinot Noir mit Chardonnay. Auch bei der Vinifikation ist Couche so minimalinvasiv wie möglich unterwegs. Die Grundweine werden mit Wildhefen spontan vergoren, nie filtriert und nicht geschwefelt. Rund ein Drittel wird im Holz ausgebaut, der Rest in Edelstahltanks. Null Dosage, knalltrocken, aber durch den weinigen Stil mit wenig Schwefeleinsatz und Holz, schmeckt er keineswegs so trocken wie sich das anhören mag. Zucker gibt es hier aber keinen. Der Vintage aus dem warmen, konzentrierten Jahr 2015 kommt nussig-intensiv aus dem Glas. Man fliegt mal eben kurz ins Jura mit diesem im Kräutersud schwimmenden Pfirsich, ein bisschen Selosse-artig ist dieser Vincent Couche schon. Dann blonder Tabak, Piment und viel Curry. Alle Aromen überschlagen sich im Mund nochmal, hier kommt aber noch eine mentholig-frische Note flankierend hinzu, die das ganze Gewürzensemble wunderbar auffrischt im Mund. Das ist im Stil schon sehr weinig und mit der eigenwilligen Würze der Biodynamiker, sicher nicht everybody’s darling, sondern ein Vintage für Insider und Fans von oxidativeren Stilistiken. 95-96+/100