Vietti: Barolo Monvigliero 2022
100
- Nebbiolo 100%
- rot, trocken
- 14,0% Vol.
- Trinkreife: 2028–2045
- voluminös & kräftig
- strukturiert
- Lobenberg: 97/100
- Suckling: 94/100
- Jeb Dunnuck: 95/100
- Decanter: 94/100
- Italien, Piemont
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Vietti, Piazza Vittorio Veneto, 5, 12060 CASTIGLIONE FALETTO (CN), ITALIEN
Heiner Lobenberg über:
Barolo Monvigliero 2022
/100
Die nördlichste Lage im gesamten Barolo-Gebiet aus Verduno. Eine durch Fratelli Alessandria berühmt gewordene Lage, auch Burlotto hat hier Parzellen. Vietti hat vor einiger Zeit zwei Hektar alter Reben gekauft, 2018 war der erste veröffentlichte Jahrgang. Es ist schon etwas ganz Besonderes, dort einen Weinberg zu bekommen. Viettis Reben stehen zudem echt mitten im »Filetstück«, neben Burlotto, also dem besten Teil der grandiosen Lage überhaupt. 2022 wurden statt der sonst typischen zwei Drittel Ganztrauben mit 60 Prozent etwas weniger Trauben mitsamt ihrer Stiele vergoren. Davor erfolgte eine fünftägige Kaltmazeration, das gleiche Vorgehen also, wie beim Weingut Burlotto. Dadurch wird nicht nur der Wein duftiger, sondern auch die Farbe zarter, denn Rappen nehmen die roten Farbstoffe auf. Ansonsten werden alle anderen Vietti Cru-Lagen vollständig entrappt. Zu Beginn der Gärung wird der Saft täglich übergepumpt und dann 3-4 Wochen mit dem traditionell untergetauchten Trester weiter ausgebaut. Leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Süße schwarze Johannisbeeren, gekochte Himbeermarmelade, duftende Walderdbeeren, Aprikosen, Mandarinen mit etwas schwebender Minze und viel zarter, ätherischer, mediterraner Kräuterwürze wie Rosmarin, Salbei und herrlich intensivem weißen Trüffel. Dieser Monvigliero liefert eine wirklich traumhaft schöne und überraschend zugängliche duftende Aromatik. Im Mund hat die Lage dieses Jahr die schönste harmonische Balance aller Vietti Weine. Saftige rote Kirschfrucht spült die fein geschliffenen samtigen Tannine über die Zunge. Reife Himbeere, ultra saftige Nektarine, Orangensaft und die kreidige Kalkstein Mineralik gleiten cremig über die Zunge. Ein Wein, der seine große klassische Barolo-Struktur harmonisch mit seiner opulenten Frucht vereint.
Jahrgangsbericht
2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.
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Suckling über: Barolo Monvigliero
An overt, fruity profile, rich with fresh red cherries, smashed blood oranges and aromatic herbs, enhanced by licorice. Medium-bodied on the palate, showing angular tannins with crisp acidity and an austere yet toasted finish. Best after 2026.
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Jeb Dunnuck über: Barolo Monvigliero
The 2022 Barolo Monvigliero is a distinctly different expression within the range. Influenced by the Tanaro River and produced with roughly 60% whole cluster fermentation, it pours a paler ruby hue. Aromas of preserved strawberries, sweet cinnamon, floral perfume, Mediterranean herbs, saline, and licorice emerge from the glass. Medium-bodied, the palate is fresh and elegant, with a supple texture and refined spice as the stems achieve greater ripeness in this site. 5,500 bottles were produced. Drink 2026-2038.
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Decanter über: Barolo Monvigliero
To an already dizzying list of Barolo’s most lauded sites, Vietti added Monvigliero in 2018. A plot of just over half a hectare is comprised of vines with an average age of 44 years old. The 2022 is just so classically fragrant and expressive. Pepper, strawberry blossom, pressed rose and beeswax waft headily. Lightweight but not lacking in flavour, the palate surges with red forest berries sprinkled with mint. Zesty, citrussy acidity makes the mouth water. Crisp tannins have a snappy firmness yet this glides with grace. Exceptionally precise and complex.
Vietti
Die Familie Vietti erzeugt Wein seit vier Generationen in Castglione Falletto im Herzen des Anbaugebiets Barolo. Seit 1957 war der 2012 verstorbene Alfredo Currado für den Ausbau der Weine verantwortlich, schon 1961 begann er die großen Lagen separat zu vinifizieren. Vietti war es vorbehalten, den...