Die Trauben für die Weine von Verget stammen von Vertragswinzern von Guffens. Es wird Einfluss im Weinberg geübt, etwa wenn es um die Erntezeitpunkte und die Erntemengen geht. Hier wird also gearbeitet, als wären es eigene Weinberge, aber es sind eben Vertragswinzer, die bewirtschaften. Die Lese übernimmt Verget selbst. Die Ganztrauben werden eingemaischt und gepresst, der Saft in drei Fraktionen aufgeteilt: Der Free Run, der mittlere Teil und die harte Pressung. In den Topweinen landet ausschließlich der Vorlaufsaft mit seiner hohen Säure bei gleicher Reife wie in den anderen Fraktionen. Über drei Monate hinweg wird ganz langsam fermentiert. Verget steuert die Reduktion in der Nase des finalen Weins ein bisschen über den Zeitpunkt des Starts der Fermentation in den Barriques. Nach der Presse wird der Vorlaufsaft bei manchen Weinen etwas länger sedimentiert und somit mit einem geringeren Hefeanteil in die Barriques gegeben. Spontanvergoren und ausgebaut in Barriques, rund 25 Prozent neu. Verget und Guffens, zu denen Verget ja gehört, sind Verfechter der späten Ernte, die phenolische Reife der Schale muss komplett gegeben sein. Umso wichtiger ist es später während der Pressung, den Free Run Juice abzutrennen und nur diesen für die Topweine zu verwenden, um die hohe Säure bei hoher phenolischer Reife zu erreichen. Vigne de Saint-Claude sind die ältesten Reben von Verget in Saint-Veran, rund 70 Jahre alt. Saint-Veran liegt etwas tiefer als Vergisson, ist etwas früher reif. Die Weine sind zugänglicher und haben etwas mehr Körper. In diesem Wein wird nur der beste Plot mit den alten Reben und nur der Vorlaufsaft verwendet, also best of the best. Verget macht nicht so viel Saint-Veran, immer zu wenig sogar, aber dafür eben viel besser als der Rest der Appellation. Sehr kalkig, karg, steinig, ein winziger Plot, aber eben warm exponiert. In der Nase eine schöne rauchige Schießpulvernote, die hat er fast immer. Dann grüner Pfeffer, Graphit, nur wenig Frucht zeigend im Jungstadium, sehr steinig. Ein bisschen spicy im Nachhall, wieder rauchig. Grapefruit, Blutorange, wahnsinnig eng verwoben. Wenn ich es nicht wüsste, würde ich diesen Wein glatt an die Côte d’Or stecken, irgendwo bei Saint-Aubin vielleicht. Das ist grandioser Stoff, nicht nur für das Mâconnais, sondern generell. Salzig, pikant, sehr eigen und eben pures Gestein, aber in 2025 mit sooo viel Schmelz und Kraft. Herausragend gut.