Die Lage Cottá gehört zum Gebiet der Comune di Neive, welche den östlichen Punkt des magischen Dreiecks Barbaresco – Neive – Treiso im Herzen der Region bildet. Die 2,8 Hektar große Parzelle mit über 80 Jahre alten Rebstöcken wurde 1969 von Andrea Sottimanos Vater erstanden. Der Boden hat einen hohen Sandanteil, ganz ähnlich wie die Lage Asili. Seit den 1970er Jahren werden die Böden bei Sottimano ausschließlich biologisch und ohne Chemikalien bewirtschaftet. Auch im Keller wird nur mit natürlichen Hefen und ohne Schönungsmittel gearbeitet. Normalerweise dauert die Maischegärung hier 25 bis 28 Tage und beinhaltet auch immer eine Zeit mit »Submerged Cap«, dabei werden die Traubenschalen mit einem Netz unter der Weinoberfläche gehalten, das führt zu einer sanften Extrahierung der Tannine. In Jahren mit besonders außergewöhnlicher Traubenqualität belässt Andrea Sottimano seine Weine auch mal länger auf der Maische. Der Ausbau erfolgt im großen Botti von Gamba. Nach 24 Monaten, davon 12 auf der Hefe, wird der Barbaresco ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. Zartes, leuchtendes Rubinrot mit Orange am Rand. Die Nase ist dicht, dunkel und von einer intensiven, erhabenen, steinigen Mineralität gezeichnet. Die Frucht brummt samtig und konzentriert aus dem Glas. Süße reife Herzkirsche, duftender Kirschkern, gemischte Waldbeeren, dunkle Schokolade, rotes Leder, Teer, schwebende Rosenblüten, etwas Garrigue, getrockneter Lavendel, Tonkabohne und Vanille. Dieser Barbaresco Cotta bietet eine enorm schöne, vielschichtige und wunderbar duftende Würze – diese herrliche Nase lädt zum Schnüffeln ein! Ein Hauch Käserinde und etwas Rappenwürze – der Wein ist gar nicht unähnlich eines Pinot Noir aus einem warmen Jahrgang mit kalkigem Ganztrauben-Charakter! Im Mund sind die unendlich vielen Tannine geschliffen und puderzuckerartig, sie legen sich im Nachhall salzig und feurig würzig mit weißem Pfeffer auf die Zunge. Rote Kirschen, rote Johannisbeeren, Hagebutten, auch etwas Aprikose, Blutorange und ein Hauch Chili. Dieser Barbaresco ist nicht wollüstig und opulent in seiner Frucht, sondern eher wohldefiniert und geradlinig, drahtig. Der Wein erinnert mich an strenge Disziplin und perfekte Proportionen. Ich probiere ihn im jungen Alter von beinahe vier Jahren – er braucht besonders aus diesem großen Klassik-Jahrgang 2021 mindestens weitere zwei bis drei Jahre im Keller, um sein monumentale Struktur mit der grandiosen Frische – die ihm ein sehr langes Potenzial für den Keller verleiht – im Mund harmonisch zu integrieren. Dunkel, samtig, aber nicht opulent, sondern definiert und verführerisch duftig bleibt dieser Wein minutenlang mit Klasse auf der Zunge stehen. Schicker Stoff für Fortgeschrittene Nebbiolo-Fans.