One Point Five ist DER archetypische Bordeaux Blend von Shafer aus dem Stags Leap District, im südlichen Napa Valley. Der Blend besteht hauptsächlich aus Cabernet Sauvignon mit kleinen Anteilen an Petit Verdot, Merlot und Malbec. Die Trauben kommen aus den Lagen Borderline Vineyard, Sunspot, Isley (direkt neben dem Weingut), Hermosa, Haystack und Ridgeback. Eigentlich ist das der Zweitwein der Napa Valley Ikone Hillside Select und wird natürlich mit derselben Sorgfalt gemacht. One Point Five ist jedes Jahr erneut einer der Top-Rotweine in seinem Preisbereich. Tiefes, leuchtendes Rubinrot mit extrahierten Tränen am Glasrand. Die Nase ist intensiv und voller reifer Himbeer Frucht, auch Himbeerlikör, etwas Minze und zarte, rauchige Aromen vom Holzausbau. Die Frucht ist unglaublich präzise und intensiv. Die rauchige dunkle Mineralität legt sich über alles, dabei stehen die Reben hauptsächlich auf kalkhaltigen Böden – hier ist gar kein vulkanischer Boden. Im Mund haben wir puderzuckerartige Tannine, die sich langsam auf der Zunge türmen. Zedernholz, schwarzer Pfeffer, dunkle Schokolade, Brombeere und reife Pflaume. Die Würze klingt nach, sie schwappt geradezu wie eine Welle über meine Zunge. Absolut beeindruckender Stoff. Trotz Druck und unbändiger Power bleibt er auch im Mund immer auf der perfekt balancierten Seite. Und auch wenn es kein günstiger Wein ist, ist er dennoch ein absoluter »Steal« aus dem Napa Valley.,
Nach drei trockenen Jahrgängen (2020, 2021 und 2022) startete das Jahr 2023 in Kalifornien für die Reben endlich wieder mit ausreichend viel Niederschlag während der Wintermonate, durch den die Wasserreserven der Weinberge größtenteils wieder aufgefüllt werden konnten. Die Temperaturen blieben im Frühjahr lange kühl, was den Austrieb der Reben extrem verzögerte. Zudem beeinträchtigten diese kühlen Frühlingstemperaturen den Fruchtansatz, was je nach Weinberg auf natürliche Art und Weise zu einer niedrigen Erntemenge und somit zu einer größeren Konzentration führte. Durch die Wachstumsperiode hinweg fielen 2023 in guten Abständen Niederschläge, und es gab keinerlei Trockenstress. Der Sommer verlief im Gegensatz zum heißen Vorjahr 2022 mild und die Trauben konnten langsam und gleichmäßig ausreifen. Zugleich konnten sie eine optimale Balance aus Tanninreife, Frucht und Säure erreichen. Im Herbst wurden die angenehmen Tagestemperaturen durch kühle Nächte ausgeglichen – dies bot nahezu perfekte Bedingungen für die Ausbildung eines komplexen Aromenspektrums. Die Weinlese verlief relativ entspannt und konnte ohne Zeitdruck bei idealer Reife durchgeführt werden. Bereits bei der Gärung legten viele Weine eine beeindruckende Intensität an den Tag, wie man sie nur ganz selten erleben kann. 2023 gilt nach 2021 und 2019 wieder als herausragender, großer Jahrgang.