Schäfer Fröhlich: Riesling Final (Versteigerungswein) 2024

Schäfer Fröhlich: Riesling Final (Versteigerungswein) 2024

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2032–2064
mineralisch
Lobenberg: 100+/100
Mosel Fine Wines: 98+/100
Galloni: 98–100/100
Deutschland, Nahe
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Final (Versteigerungswein) 2024

100+
/100

Ein singuläres Fass, um das Tim Fröhlich den gesamten Ausbau im Keller herumgeschlichen ist, weil er es so faszinierend fand. Es ist der purstmögliche Ausdruck des Felseneck, des Bodens und des Gesteins. Nichts anderes hat hier Platz, reduziert auf ein Maximum. Wilde Nase, in der Kräuter, Meersalz, Gesteinsmehl, Feuerstein und helle Zitrusfrucht in einem gewaltigen Rieslingsturm durcheinanderspielen. Doch wirkt alles elegant, ultrageschliffen und fein. Der FINAL ist der Inbegriff für Tim Fröhlichs reduzierten Stil, die maximale Präzision und der kargste Bodenausdruck, der in einem Naheriesling möglich ist. Rien ne va plus – das ist Schäfer-Fröhlich in seiner finalen Ausführung, das ist Tim Fröhlichs G-Max aus dem besten Stück des Felseneck und von den ältesten Reben. Ein puristischer Gesteinshammer, der seinesgleichen sucht in Deutschland und sicherlich einer der aufregendsten, spannendsten und besten trockenen Rieslinge, die es je gegeben hat.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
98+
/100

Mosel Fine Wines über: Riesling Final (Versteigerungswein)

The Final 2024 Riesling Trocken, as it is referred to on the front label, comes from fruit harvested in one of the oldest and steepest parts of the Bockenauer Felseneck and saw extensive aging (until August after the vintage, together with the GGs). It initially proves still hugely primary and reductive with impressive fresh and pure notes of freshly cut herbs, grilled spices, cardamom, thyme, cassis, lime tree, dill, mustard seed, flintstone, and iodine. Only after prolonged airing does it reveal very subtle and complex elements. The wine proves magnificently restrained and pure on the filigreed and impressively energetic palate. The finish is vibrating and racy and reveals salty and spicy elements. This is a sublime, racy dry Riesling.

98–100
/100

Galloni über: Riesling Final (Versteigerungswein)

The 2024 Riesling FINAL was picked from up to 65-year-old vines rooted deep in slate and quartzite on the highest and purest reaches of the Felseneck. Flinty reduction prompts a shiver of pleasure with its smoky, lemony verve. The palate flies like an arrow into slate. This is pure and direct, with no frills. It is full of citric, stony purity and vivid energy that is so pervasive, even urgent in its trajectory, despite the undeniable svelteness. (Bone-dry),,,

Mein Winzer

Schäfer Fröhlich

Seit 1800 betreiben Fröhlichs Weinbau an der Nahe. Tim Fröhlich bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie das 16 Hektar große Weingut. Die Lagen mit ihren unterschiedlichen Gesteinsböden bilden das Fundament für unverwechselbare, authentische Rieslinge.

Riesling Final (Versteigerungswein) 2024