Seit 2016 wird alles biologisch bewirtschaftet, seit 2019 ist May offiziell Naturland zertifiziert. Die Bewirtschaftung ist schon seit vielen Jahren Bio. Die Weinreben sind über 50 Jahre alt, Südsüdost-Exposition. Die Gärung findet im offenen Holzgärständer statt. Der anschließende Ausbau erfolgt in 2024 einem gebrauchten Stückfass aus Spessarteiche von 400-jährigen Bäumen, die Rudolf May mit dem Fassbauer Aßmann und einem Förster der Gemeinde selbst aussuchen konnte. Mehr als 1200 Liter waren nicht drin in 2024. Das Holz ist enorm dicht und feinporig. Der Wein bleibt bis zum ersten Umzug auf der Vollhefe in diesem Fass und verbleibt danach weiter auf der Feinhefe im gebrauchten Holzfass. Diese Holzbegleitung bekommt dem Schäfer ganz besonders, denn ein großer Silvaner kann so erhaben sein wie ein großer Chenin Blanc von der Loire. Durch den harten Frühjahrsfrost und die Peronospora hat der Öko-Betrieb May rund die Hälfte der Ernte verloren. Die übrigen Trauben waren sehr konzentriert, kraftvoll und intensiv. Im Schäfer waren die Trauben sehr reif und es gab auch kaum Mehltau. Sehr dichte, hochintensive Frucht, hellgelb-grünlich, etwas in Richtung Quittenbirne, Limettenzeste, Wermutkraut. Diese steinige, karge Würze in Tateinheit mit der geschliffenen, sublimen Frucht ist schon grandios bei May. Und 2024 hat wirklich Stoff, schiebt richtig über die Dichte und unterschwellige Kraft. Der Silvaner tritt hier in den Hintergrund, es geht um Lagen- und Bodenausdruck. Und Silvaner kann das, genau wie Riesling, hat aber eben eine völlig andere Art. Silvaner ist häufig unterschätzt, obwohl er eben genau das abbilden kann, was sonst keine weiße Rebsorte in Deutschland abbilden kann, das was die großen Chenins von der Loire so perfekt können. Das ist genau die Lücke, die in Deutschland klaffen würde, wenn wir keinen Silvaner hätten. Das ist ein großer Wein, ein eleganter Wein, ein sehr eigenständiger Wein.