Der erste Jahrgang dieser einzigartigen Barbera war 1996, sie wird allerdings nicht jedes Jahr gemacht, sondern nur in Jahrgängen mit perfekten Voraussetzungen, so wie dieses Jahr. Die Bearbeitung der Weinberge und der Ausbau werden so ernst genommen wie die der Barolo-Weine bei Roberto Voerzio. Das heißt Mini-Erträge. Wie alle Weine Voerzios 100 Prozent entrappt und mindestens 15, maximal 30 Tage auf der Maische belassen. Anschließend für zwei Jahre in Burgunder Fässern aus sehr dicht-porigem Holz, das minimal getoastet wurde, ausgebaut. Es sind immer Fässer von Orion und Vicard. 20 bis 25 Prozent der Fässer sind neu, der Rest wurde maximal sechs Mal befüllt. Nach einem Jahr werden die Fässer abgezogen, gereinigt und dann reift der Wein ein weiteres Jahr in denselben Fässern. Tiefes, leuchtendes Violett. Konzentrierte blaue und schwarze Frucht. Veilchen, und die ganze Palette vielschichtiger Würze, von braunen Gewürzen, duftender Vanille und frisch geriebener Muskatnuss. Die intensivste Barbera-Nase, die es gibt – und wohlgemerkt: ich probiere den Wein immer direkt NACH den Baroli des Weinguts. Im Mund ist die Frische des Weins präzise und sogar beinahe überwältigend! Schwarze, wollüstige Frucht, süße Blaubeeren und Veilchen werden von einer Welle herrlich opulenter Beeren übermannt. Schwarzkirschen, etwas Pflaume und beinahe feuriger Würze auf salziger Steinigkeit. Das ist schon immens mineralisch im Mund. Der Wein bringt mich beinahe zu Tränen – hier ist berührende Emotion im Glas. Vielschichtig, verführerisch und dabei unnachgiebig fordernd! Der Stoff ist sooo ultra druckvoll und intensiv, aber eben auch unendlich komplex. Auch im Mund ist diese Barbera überwältigend schön, das ist Spannung, die die Sinne berührt. 2022 war ein herausragender Jahrgang für Barbera. Unglaublich schick!