Luca Roagnas Langhe Rosso ist vielleicht der größte Understatement-Wein des ganzen Piemonts. Das Label ziert die Betitelung als Langhe Rosso, im Prinzip steckt hier aber, wie eigentlich jedes Jahr, ein deklassifizierter Barolo im Glas! Allerdings von »jüngeren Reben«, bei Roagna heißt das unter 25 Jahren für den Barbaresco und 35 Jahre für den Barolo! Die Trauben stammen aus zwei Weinbergen, die viel Kalksteinanteil im Mergelboden beziehungsweise im Sandsteinanteil besitzen. Zartes, leuchtendes Rubinrot mit etwas Orange. Eine wunderbar erdige Nase, die mit herbstlichen Aromen vibriert. Der Wein ist bei meiner Probe im Oktober 2025 in Luca Roagnas Keller bereits perfekt zugänglich. Duftender Herbstwald, rotes Leder, zart rauchiger Graphit, gebrannter Ton, rostiges Eisen, Blut, getrocknete rote und gelbe Blüten, etwas Lindenblüte und zart schwebende Kräuter auf reifer roter Kirsche und saftiger Erdbeere. Eine fabelhaft duftende, vielschichtige burgundische Schönheit aus dem Bilderbuch! Im Mund tritt frische rote Frucht tänzelnd und saftig zugleich, doch auch mit definierter Präzision strahlend auf die Zunge. Knackig frische rote Kirschen, Schlehen und Johannisbeeren lassen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Verwobene Aromen der schwebenden Kräuterwürze mit weißem Pfeffer und salzig-würzigem Kalkstein. Die vielen runden, saftigen Tannine sind samtig geschliffenen und harmonisch integriert. Ein mega charmanter, burgundischer Wein voller Finesse und Präzision mit mittlerem Körper. Im Nachhall bleiben animierende Orangenschale und Zitrus-Aromen auf der Zunge. Ein toller Wein und ein offenes Geheimnis für eingeweihte Insider, daher ist der Langhe Rosso auch jedes Jahr erneut wieder rasch ausverkauft.