Lobenberg: Eine berühmte, herausragende Premier Cru Lage bei von Winning. Die gleiche Lage ist beim Nachbarn von Buhl eine Grand Cru Lage, weil es ein anderer Teil des Reiterpfades ist. Anders als der Deidesheimer Paradiesgarten ist der Ruppertsberger Reiterpfad weniger süß, üppig, opulent und erotisch. Und unglaublich stylisch. Die total eingebundene, durch großes Holzfass gestützte Säure, ist so mild, so gar nicht Apfelsäure. Alles ist reif. Die Stütze vom süßen Extrakt in einem durchgegorenen Wein bringt eine Balance auf höherem Level. Dieser Charakter der Pfalz hat sich bei Christmann angedeutet, und sich bei Buhl fortgesetzt, und zeigt sich jetzt auch bei von Winning. Wir haben so unglaublich schicke Weine. Der Stoff ist köstlich, von der ersten Sekunde ist dieser Reiterpfad ein Ausbund von Eleganz. Weiße Frucht, weiße Blüten, leichte Weißburgunderanmutung, aber nicht süß. Weniger süß als der Paradiesgarten, gradliniger, präziser. Schön lang. Leichtes Salz und leichte Steinigkeit am Ende. Verliert aber nie die Köstlichkeit und diesen Schick des totalen Schliffs. So langsam verstehe ich, warum Klaus-Peter Keller aus Rheinhessen gesagt hat: 2016 sei zwar genial in den nördlichen Gefilden, aber die Perfektion gäbe es eigentlich nur in der Pfalz. Weil es hier einfach die Mega-Eleganz mit dieser Delikatesse gibt. Das Holz stützt perfekt. In diesem Jahr bin ich froh, dass von Winning noch Holz einsetzt, weil es einfach nochmals Struktur im Rücken gibt. Das ist ein besserer Reiterpfad als ich ihn je getrunken habe. Nein er hat nicht diesen Druck eines Grand Crus, aber er hat dessen Delikatesse, Feinheit und Eleganz allemal. Der Wein ist ganz anders als der Paradiesgarten. Es ist das elegante Gegenstück auf dem gleichen Level. 96-97+/100