Fassmuster. Dieses Jahr besteht der Blend aus 77 Prozent Cabernet Sauvignon mit 17 Prozent Merlot, drei Prozent Petit Verdot und drei Prozent Cabernet Franc. Wie jedes Jahr stieg die Vorfreude und Erwartungshaltung auch im August 2025 vor der Probe des neuen Monte Bello-Jahrgangs an, sobald das Muster unterwegs zu uns nach Bremen war. Tiefes, tintig undurchsichtiges Violett im Glas mit dicken violetten Tränen am Glasrand. Im ersten Moment ist die Nase von reifer, opulenter, beinahe süßer Frucht geprägt. Brombeeren, Crème de Cassis und eingelegte Schwarzkirschen mit schwarzer Lakritz und warmem Schokoladensoufflé. Schon beim Riechen erscheint der sonst meist zart nach Vanille duftende, verspielt blumige, cremige Monte Bello athletisch definiert und präzise – Eigenschaften, die sich mit jedem Moment im Glas weiter steigern. Wahnsinn! Diese perfekt abgestimmte Nase lässt vermuten, dass der Holzausbau weiter verfeinert wurde – erst nach und nach entwickeln sich zart rauchige Aromen von Zedernholz, Zigarrenkiste und blondem kubanischem Tabak, schwebenden braunen Gewürzen und schwarzen Oliven in einer eleganten, pudrigen Art. Das Holz ist dennoch, auch nachdem die Flasche ein paar Stunden geöffnet war, noch wesentlich feiner und eleganter, als je zuvor. Eine tief brummende, zart rauchige, dunkle Steinigkeit kommt mit etwas würzigem Kalkstein und rostigem Eisen ebenfalls hinzu. Dieser Monte Bello verspricht schon in diesem jugendlich zarten Stadium ein absoluter Klassiker zu werden! Im Mund wendet sich der Wein dann auf dem Absatz um 180 Grad! Hier ist nichts von der reifen, beinahe süß erscheinenden Frucht der ersten Nase zu finden. Dieser Monte Bello ist ready für den Triathlon: Perfekt definiert, muskulös, mit keinem Gramm Fett auf den Rippen, phänomenal, intensiv und präzise. Bei perfekter Reife geerntete Schwarzkirschen und gemischte Waldbeeren, auch reife Blaubeeren gleiten über die Zunge. Die Säure-Balance ist herausragend und durch und durch spannungsgeladen, immer im Spiel mit der perfekten Frucht. Die feinen Tannine sind geschliffen und seidig verwoben. Sie gleiten beinahe unauffällig samtig über die Zunge und geben dem Wein doch nachhaltig Struktur. Ein Hauch warmes Kerzenwachs und frisch entfachter Karmin mit beinahe feuriger Würze von Chilli, schwarzem Pfeffer und Nelkensalz werden von getrockneter Minze gelöscht – was für ein atemberaubendes Spiel der Aromen! Im Nachhall vibriert die salzige Mineralität gemeinsam mit saftiger Schwarzkirsche, roter Herzkirsche und Hibiskus minutenlang auf der Zunge. Dieser Monte Bello ist im jungen Stadium wie gesagt definierter und kompakter als je zuvor und dennoch nicht minder spannend! Ein großer Wein, der sich vornehm und erhaben präsentiert, wohlwissend, dass ihm so schnell kein anderer Wein das Wasser reichen kann – Königsklasse! Er wird vermutlich etwas später zu seinem Höhepunkt der Zugänglichkeit gelangen, als 2021 oder 2022 und garantiert ab 2030 für viel Freude sorgen. Der Ridge Monte Bello 2024 ist dramatisch gut und gehört in den Keller jedes ernsthaften Kalifornien-Kenners!