Nach der Ganztraubenpressung 18 Monate lang in zu 86 Prozent amerikanischer und zu 14 Prozent französischer Eiche ausgebaut. Die Nase ist im ersten Moment von sanfter Reduktion getragen, was dem Wein eine feine Würze verleiht. Steinmehl, Austernschalen und nasse Tafelkreide mischen sich mit Kernobst, hellem Steinobst und Zitrusnoten. Abrieb von Zitronen, weißer Pfirsich, frische Feigen, Orangenschalen und etwas Meeresbrise erinnern an guten Meursault. Im Antrunk mit direkter Attacke: zitrisch-frisch mit saliner Terroirnote und hoher Vibration am Gaumen. Mit fleischiger Dichte und opulentem Bass erinnert er zweifelsfrei ans Burgund, ohne jedoch seine Eigenständigkeit als einer der großen kalifornischen Chardonnay zu verleugnen. Mit fester Phenolik und üppigem Extrakt nimmt er das fein eingearbeitete Holz spielend auf und scheint trotz aller Kraft stets balanciert. Eigenständig, selbstbewusst und gradlinig. Groß!
Nach drei trockenen Jahrgängen (2020, 2021 und 2022) startete das Jahr 2023 in Kalifornien für die Reben endlich wieder mit ausreichend viel Niederschlag während der Wintermonate, durch den die Wasserreserven der Weinberge größtenteils wieder aufgefüllt werden konnten. Die Temperaturen blieben im Frühjahr lange kühl, was den Austrieb der Reben extrem verzögerte. Zudem beeinträchtigten diese kühlen Frühlingstemperaturen den Fruchtansatz, was je nach Weinberg auf natürliche Art und Weise zu einer niedrigen Erntemenge und somit zu einer größeren Konzentration führte. Durch die Wachstumsperiode hinweg fielen 2023 in guten Abständen Niederschläge, und es gab keinerlei Trockenstress. Der Sommer verlief im Gegensatz zum heißen Vorjahr 2022 mild und die Trauben konnten langsam und gleichmäßig ausreifen. Zugleich konnten sie eine optimale Balance aus Tanninreife, Frucht und Säure erreichen. Im Herbst wurden die angenehmen Tagestemperaturen durch kühle Nächte ausgeglichen – dies bot nahezu perfekte Bedingungen für die Ausbildung eines komplexen Aromenspektrums. Die Weinlese verlief relativ entspannt und konnte ohne Zeitdruck bei idealer Reife durchgeführt werden. Bereits bei der Gärung legten viele Weine eine beeindruckende Intensität an den Tag, wie man sie nur ganz selten erleben kann. 2023 gilt nach 2021 und 2019 wieder als herausragender, großer Jahrgang.