Bei Poggio Antico wird schon der Einstieg ins Programm extrem ernst genommen. Dieser Rosso soll ein »zugänglicher Wein für jeden Tag« sein, der trotzdem nicht simpel ist, sondern dem Terroir und der Sangiovese aus Montalcino eine wunderbar klangvolle Stimme verleiht. Der Anbau erfolgt, wie alles bei Poggio Antico, biologisch. Nach der Handlese werden die Trauben in konisch zulaufenden Stahltanks temperaturkontrolliert bei maximal 23 °C vergoren – für Rotweine also relativ kühl, um die frische Frucht des Weins zu bewahren. Anschließend bleibt der Wein weitere sechs Tage auf den Schalen, wobei der Most sanft übergepumpt wird. Eine Hälfte des Weins wird für 12 Monate im Stahltank ausgebaut, die andere in großen französischen Holzfässern. Zartes, leuchtendes Rubinrot im Glas. Auch die Nase präsentiert sich fein und puristisch: Tänzelnde, frische rote und schwarze Kirschen treffen auf würziges Salzlakritz und gehen in duftende Blüten- und Veilchennoten über. Alles wirkt sehr schwebend und elegant. Am Gaumen trifft knackige Sauerkirsche auf die Zunge und gleitet mit samtigen Tanninen über die Zunge. Salzig, erfrischend und einladend – der nächste Schluck lässt sicher nicht lange auf sich warten! Dieser Jahrgang ist aufgrund seiner Jugend und der wunderbar vibrierenden, lebendigen und attraktiven Frucht sowie der knackigen Saftigkeit ein wahrer Genuss. Dieser Rosso hat in dichteren Jahrgängen ein erstaunliches Reifepotenzial im Keller, aber dieses Jahr ist seine zugängliche Frische das schöne an diesem Wein und ich empfehle den Genuss innerhalb der ersten fünf Jahre.