Pio Cesare: Barolo Mosconi 2022

Pio Cesare: Barolo Mosconi 2022

Holzkiste

Zum Winzer

Nebbiolo 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2045
Verpackt in: 3er OHK
strukturiert
saftig
pikant & würzig
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 98/100
Jeb Dunnuck: 96+/100
Decanter: 95/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Mosconi 2022

97–98
/100

Dieser Mosconi kommt aus Monforte und ist eine Nachbarlage des Ginestra. Es gibt nur ganz wenige Mosconi-Erzeuger, neben Pio Cesare hauptsächlich Conterno Fantino. Es ist eine Lage, die in den letzten Jahren auch dem Ginestra ein wenig den Rang abgelaufen hat aufgrund der noch größeren Frische und noch größeren Eleganz. Auch bei Conterno Fantino ist Mosconi die beste Lage. Die Lage wurde 2014 von Pio Cesare erstanden, sie war ein Geschenk, das er sich selbst zum 60. Geburtstag machte, 2015 war der erste Jahrgang. Die Reben hier sind sehr alt, sie wurden in den 1950ern gepflanzt. Alle Einzellagen reifen bei Pio Cesare immer mindestens 2,5 Jahre lang, hauptsächlich im neuen Barrique und einem großen 25 hl fassenden Botti. Leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange – dieses Jahr hat der Mosconi die tiefste Farbe aller Pio Cesare Baroli. Die Nase ist voller würziger Kräuter, auch bunter Blumen wie Veilchen und Geranien auf reifen Erdbeeren, saftigen Kirschen, Blaubeeren und Pflaumenmus. Im Mund gleiten unendlich viele, geschliffene, aber auch griffige Tannine über die Zunge. Alles spielt sich vorne auf der Zunge ab, als würde der Wein dort umher tänzeln. Diese monumentale Struktur braucht möglicherweise etwas Zeit, dieses Jahr ist die Frucht nicht ganz so opulent, wie man von einem heißen Jahrgang erwarten würde, daher kommen die Tannine im Mund mehr zur Geltung. Zugleich ist der Körper zarter und schwebend rotfruchtig. Intensiv und bebend ist dieser Mosconi ein Abenteuer und ein komplett anderes Biest als andere Mosconi. Es gibt gerade Mal ungefähr 5.000 Flaschen von dieser saftigen, hochintensiv vibrierenden Verführung.

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

98
/100

Suckling über: Barolo Mosconi

Elegant, with intoxicating, graceful aromas of peppermint, strawberries, restrained violets and red currants. Superfresh and slightly citrusy. Full-bodied, extracted, firm and powerful, with refreshing acidity and a long, austere and stony finish. October 2026 release. Drink or hold.

96+
/100

Jeb Dunnuck über: Barolo Mosconi

The 2022 Barolo Mosconi pours a medium red garnet hue and reveals aromas of preserved wild strawberries, sweet herbs, and fresh mint. Sourced from the estate’s oldest vines planted in the 1940s and 1960s, it shows more vertical structure than the Ornato, with nervy tannins, dusty earth, balsamic accents, and bright acidity. Medium-bodied, it remains tightly coiled and will need time to fully unfurl. Drink 2027-2050.

95
/100

Decanter über: Barolo Mosconi

At the end of 2014, the Boffa family bought a substantial 6ha swath in Mosconi. It included a small plot planted in 1947, with the remaining vines up to 40 years old. Demonstrating a confidence and completeness, the 2022 leads with sweet earth, tobacco and candied violet. Ample and expansive, it delivers prune plum and red berries accented by oriental spice. Thick tannins are chocolaty in texture. Never weighing the palate down, this sensual beauty is deftly balanced in its proportions.

Mein Winzer

Pio Cesare

Federica Boffa übernahm Pio Cesare im jungen Alter von 24 Jahren und steckt jetzt all ihre Energie in das traditionelle Familienweingut. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen! Im Jahr 1881 gründete Pio Cesare in Alba seinen kleinen Weinbaubetrieb. Damals war das Piemont eine arme Region, und...

Barolo Mosconi 2022