Château de Pibarnon liegt hoch über Bandol auf kargen, terrassierten Böden aus Ton, Kalk und Kreide aus dem Trias. Diese Höhenlage sorgt selbst in warmen Jahren für Frische und Balance. Überwiegend Mourvèdre, ergänzt durch etwas Grenache von alten Reben. Die Erträge sind niedrig, die Vinifikation klassisch: spontane Gärung, lange Maischestandzeit und anschließend rund 20 Monate Reife in großen, alten Holzfudern. Klassischer geht Bandol kaum! Der 2010er zeigt sich von Beginn an nochmal deutlich ernster und fokussierter als der opulentere 2009er. Die Nase ist tief, kühl und enorm präzise: dunkle Beeren, schwarze Kirsche, etwas Pflaume, dazu viel Mineralität, schwarzer und rosa Pfeffer, Kräuterwürze und etwas Unterholz. Garrigue, Piment und eine leicht erdige, steinige Note prägen das Bild. Alles wirkt perfekt geschichtet, ruhig und sehr klar. Am Gaumen dann kraftvoll, aber dennoch auch streng gebaut. Mit dichter dunkler Frucht, viel Struktur und einer spürbaren, kreidigen Tanninader. Der Wein ist noch fest gezurrt, zeigt aber enorme Tiefe und Klarheit. Schwarze Beeren, Pfeffer, Kräuter und diese typische Pibarnon-Mineralität ziehen sich durch den gesamten Verlauf. Nichts ist süß oder breit, alles wirkt kontrolliert, kühl und sehr lang. Auch das Finale ist lang, würzig, mineralisch und sehr präzise. 2010 ist ein echter Langstreckenläufer. Jetzt schon beeindruckend in seiner Ernsthaftigkeit, aber klar auf Reife angelegt. Weitere 4–5 Jahre Keller tun ihm gut, danach wird noch einige Jahre Freude bereiten. Ein großer, klassischer Bandol mit Tiefe, Struktur und enormem Alterungspotenzial.