Château de Pibarnon thront hoch über Bandol auf kargen, terrassierten Böden aus Ton, Kalk und Kreide aus dem Trias – ein absolutes Parade-Terroir für Mourvèdre. Der rote Hauptwein stammt überwiegend von über 30 Jahre alten Reben aus den besten Parzellen, klassisch spontan vergoren, lange mazeriert und anschließend rund 20 Monate in großen, alten Holzfudern ausgebaut. Bandol in Reinform, aber immer mit dieser kühlen Hochlagen-Handschrift. Der 2005er zeigt sich jetzt durchaus gereift, aber noch erstaunlich fein und fokussiert im Glas. Die Nase ist klar, elegant und sehr präzise: reife Brombeere, dunkle Kirsche und Pflaume, dazu Wildrose, Garrigue, ein Hauch grüne Olive und kühle, steinige Mineralität. Mit etwas Luft kommen Tabak, Zigarrenkiste und eine feinwürzige, leicht erdige Note hinzu. Nichts wirkt laut oder breit, alles ist auf Linie. Am Gaumen straff und konzentriert, dabei erstaunlich geschmeidig. Dunkle Beerenfrucht trifft auf eine klare, mineralische Struktur. Der Wein ist zart und zugleich kraftvoll, mit fein geschliffenen Tanninen und sehr guter Balance. Zum Ende hin wird er runder und würziger, mit weißem Pfeffer, Schieferwürze und einer dezenten Rauchnote. Das Finale ist lang, elegant und präzise, getragen von Frische und innerer Spannung. Ein Pibarnon, der nicht auf maximale Opulenz setzt, sondern auf Fokus, Tiefe und Stil. Jetzt auf schöner Reife, sehr gut zu trinken und dennoch mit ausreichend Rückgrat für weitere Jahre.