Château de Pibarnon liegt hoch oben über Bandol, auf kargen, terrassierten Hängen aus Ton, Kalk und Kreide – perfektes Terrain für großen Mourvèdre. Der 2004er stammt überwiegend von über 30 Jahre alten Reben aus den besten Parzellen, mit niedrigen Erträgen gelesen, spontan vergoren und anschließend rund 20 Monate in großen, alten Holzfudern ausgebaut. Klassischer geht Bandol kaum. Im Glas zeigt sich der Wein heute in wunderschöner Reife. Die Nase ist offen, einladend und sehr fein: Schwarzkirsche, Maulbeere und Blaubeere, dazu Zwetschge und Himbeere. Sofort kommt diese typische südliche Würze dazu – Thymian, Rosmarin, Garrigue – begleitet von Lakritze, etwas Süßholz, Zigarrenkiste und einem Hauch aufgewühlter Erde. Mit Luft auch florale Noten, Veilchen und Rosenblatt. Alles wirkt seidig, ruhig und perfekt zusammengefügt. Am Gaumen ist der 2004er herrlich saftig und rund. Die Frucht ist reif und süß, ohne jede Schwere, getragen von einer feinen, kreidigen Tanninstruktur, die dem Wein Spannung und Länge gibt. Schwarzkirsche und Blaubeere stehen im Vordergrund, dazu Kräuterwürze, etwas Lakritze und eine feine florale Note. Der Wein wirkt kraftvoll, aber nie fett, sondern erstaunlich elegant und ausgewogen. Das Finale ist lang und harmonisch. 2004 ist jetzt auf einem richtig schönen Reifepunkt. Alles greift ineinander, nichts steht mehr im Weg. Ein Bandol mit südlicher Seele, großer Tiefe und bemerkenswerter Feinheit. Jetzt ein echter Genuss – und trotzdem noch mit Reserven.