Terlegiz ist ein neuer Top-Wein von Oxer im Baskenland. Alte Reben autochthoner Sorten, die auf reinem Kalkfels stehen. Ausbau und spontane Vergärung des aus Ganztraubenpressung und leichter Standzeit kommenden Saftes in gebrauchten Stockinger-Fässern. Schon die Nase lässt erahnen, was das für genial tiefgründiger, spannungsgeladener Stoff ist. Feine Reduktion mit gleichzeitig oxidativen Anklängen, schon irgendwo schräg, aber total stimmig. Sehr Komplexe Nase mit Feuerstein, Austernschale, Wiesenkäutern, Salzzitrone und gelbem Apfel. Alles dicht verwoben und von Hefe untermalt. Im Mund kracht dann die salzige Kalksteinmineralität richtig rein. Dicht, lang und mit enorm viel Grip. Gerbstoff und reife Säure im Wechselspiel, alles ist hier enorm energiegeladen und voller Spannung, aber gleichzeitig irgendwie auch in Balance dadurch. Reife gelbe Frucht, auch Grapefruit, Estragon, Umami. Das ist schon ziemlich abgefahren, stilistisch irgendwo zwischen freakigem Trebbiano à la Emidio Pepe und Jura. Ist das der neue Natural-Star aus Spanien? Großes Kino ist das allemal!
2025 ist ein hervorragendes Jahr in Spanien, wenn auch mit vielen Ertrags Einbrüchen wegen der Trockenheit und vielen lokalen Schwierigkeiten wie Mehltau und Hagel. Ein wärmeres Jahr als das überaus schicke und elegante Jahr 2024, eher im Druck an 2023 erinnernd, aber mit mehr fruchtiger Saftigkeit und weniger Alkohol. Es gab mit über 500 mm in Summe genug Regen im Frühjahr. Das führte vermehrt lokal zu Mehltau (was die Qualität nicht mindert), in einigen Regionen gab es deshalb 50% weniger Menge. Der Sommer war sehr trocken (auch dadurch starke Ertragseinbußen) aber nicht zu heiß, im milderen Spätsommer gab es hier und da hilfreiche Regenfälle. Die Ernte verlief überall ziemlich früh und letztlich perfekt, wenn auch nicht überall homogen. In Summe gab es überwiegend Weine mit hoher Fruchtkonzentration und extremer Aromatik und Ausdrucksstärke bei großartiger Balance und relativ niedrigem Alkohollevel. Viele Winzer berichteten von einer so noch nie erlebten Harmonie und Eleganz. Das alles erinnert sehr an Bordeaux 2025! Das gilt vom Osten bis zum Westen, von Jumilla bis zur Rioja und Bierzo. Die Hochlagen Spaniens oberhalb 600 Metern waren klar im Vorteil, zum Glück haben die allermeisten Weltklasse-Winzer ihre Weinberge zwischen 600 und 1100 Höhenmetern. Nur Galizien profitiert auch in Flachlagen extrem vom atlantischen Klima und Regen. Ricardo Perez aus dem Bierzo (Descendientes Palacio) fasste das Jahr zusammen in einem Wort: »Buenisimo«.