Das ist so ein Riesling, der ziemlich direkt zeigt, was Buntsandstein leisten kann. Zwei südexponierte Parzellen aus den späten 70ern und frühen 80ern, extrem karg, wenig Wasserspeicher, entsprechend kleine Erträge und viel Konzentration. Ausgebaut ganz bewusst im Stahl, damit genau diese klare, zitrische und leicht warme Frucht vom Buntsandstein unverstellt im Glas steht. Und klar – wie man es von Odinstals Mastermind Andreas Schumann kennt, hat das Ganze immer auch eine leicht wilde, kantige Art. In der Nase direkt mit ordentlich Charakter. Zitronenzeste, Limette, etwas Blutorange, dazu grüner Apfel und Quitte. Mit Luft kommt mehr: gelber Pfirsich, ein Hauch Aprikose, dazu diese typische Würze vom Boden – getrocknete Kräuter, Heu, Fenchel, etwas Anis und ein Touch geröstete Nüsse. Ganz leicht auch eine warme, balsamische Note, die dem Wein Tiefe gibt. Am Gaumen dann richtig schön animierend. Saftige Zitrusfrucht, Apfel, etwas Grapefruit, dazu eine feine, leicht spürbare Fruchtsüße. Die zarte Phenolik bringt Grip und Struktur, bleibt aber elegant. Dahinter dieses kräuterig-ätherische Spiel, das typisch für Odinstal ist und dem Wein diese leicht wilde Spannung verleiht. Ein Riesling voller Bewegung: Frucht, Würze, Frische – alles greift ineinander, nichts steht still. Im Finale würzig, salzig und mit langem, kräutrig-mineralischem Nachhall. Ein Riesling, der Buntsandstein sehr pur zeigt und mit genau dieser leicht wilden Handschrift, die man bei Odinstal so schätzt.