Moric: Tokaj Furmint & Harslevelü 2024

Moric: Tokaj Furmint & Harslevelü 2024

Zum Winzer

Furmint 70%, Hárslevelü 30%
weiß, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2038
mineralisch
unkonventionell
leicht & frisch
Lobenberg: 93–94/100
Suckling zu 2023: 93/100
Österreich, Burgenland
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Tokaj Furmint & Harslevelü 2024

93–94
/100

Altes Land, neuer Wein. Der neue »Tokaj-Einstieg« von Roland Velich, jetzt unter dem Moric Label. Eine Cuvée aus zwei Rebsorten, die seit Jahrhunderten das Rückgrat der Region bilden. Furmint und Hárslevelű, 70 zu 30, aus uralten Reben auf vulkanischem Untergrund. Tiefverwurzelte Parzellen in den Ortschaften Tállya, Tarcal und Tokaj selbst. Perfekte Bedingungen für diesen stilistisch klaren, trockenen Tokaj mit Struktur, Frische und Substanz. Der Ausbau ist Moric-typisch zurückhaltend präzise: Ganztraubenpressung, spontane Gärung und Malo im großen Holz. Keinerlei Schönung, minimal geschwefelt. Insgesamt etwa ein Jahr Reife, zuerst auf der Vollhefe im großen Fass, dann im Stahl. In der Nase eine subtile, aber trotzdem sehr vielschichtige Aromatik. Zunächst florale Noten – Lindenblüte, etwas Holunder, getrocknete Kamille, die sich mit zarten Feuersteinnoten verbinden. Dann tauchen weißer Pfirsich, reife Limette und Williamsbirne auf. Hárslevelű bringt Würze: Muskatnuss, Piment, etwas Wacholder, aber alles sehr fein verwoben. Furmint kontert mit Zitrus, Stein und kühler Tiefe. Am Gaumen straff, schlank und mit ordentlich Grip. Furmint liefert das Rückgrat: geradlinig, zitrisch, salzig. Hárslevelű schmiegt sich drum herum, macht das Ganze rund, floral, ein Hauch Mango vielleicht, leicht mürber Apfel. Die Säure ist fein, fast unmerklich, aber trägt bis ins lange, sehnige Finale. Keine Opulenz, kein Fruchtschmeichler – dafür Präzision, Textur und ein salzig-mineralischer Kern, wie man ihn sonst am ehesten von reduktiven Jura-Weinen kennt. Das ist vielleicht erstmal kein Tokaj, wie man ihn kennt – und gleichzeitig genau das. Die große Tradition trocken gedacht, modern interpretiert, aber ganz aus der Landschaft heraus gelesen. Kein Fassmonster, keine Botrytis, sondern ein salziger, fordernder Wein mit Charakter und Tiefe. Grandiose Ergänzung!

Verkostungsnotiz
93
/100

Suckling zu 2023 über: Tokaj Furmint & Harslevelü

Very cool and flinty, with wild herb energy on the sleek and juicy, barely medium-bodied palate. Very herbal and stony in the long, crisp, almost steely finish. Still very youthful. Drinkable now, but best from 2027.

Mein Winzer

Moric

Je mehr sich Moric Weine von der internationalen Massenkompatibilität entfernen, desto mehr sind sie geprägt von regionalen Eigenschaften des Burgenlands.

Tokaj Furmint & Harslevelü 2024