Die alten Reben, aus denen dieser Wein gemacht wird, stehen oberhalb des Weinguts. Der Blend besteht hauptsächlich aus Vernaccia und einem kleineren Anteil von 15 Prozent Trebbiano sowie etwas Malvasia. Aus reinem »free-run juice«, also ohne manuelles Pressen der Trauben gewonnen. Das sorgt für eine besonders puristische Frucht. Nach der Gärung mit wilden Hefen wird der Wein 12 Monate lang in kleinen französischen Eichenfässern ausgebaut. Anschließend folgen 9 bis 12 Monate im Betontank und dann noch einmal zwei Jahre Flaschenlager vor dem Markteintritt. Schon der Duft dieses Weins ist phänomenal! In die Nase steigt die intensivste, leckerste Apfel-Tarte-Tatin, die man sich nur vorstellen kann. Hinzu kommen cremige Vanille, Zimt, Lindenblütentee, verführerisch duftender Safran und geheimnisvoll vielschichtige, gelbe Curry-Würze. »Malvasia is the magic little girl that makes all the difference to the Carato«, kommentiert die Winzerin Elisabetta Faguioli. Die Rebsorte verleiht dem Blend sowohl seine wunderbar attraktive Aromatik als auch das Zeug dazu, würdevoll zu reifen. Wie ein herrlich duftender Blumenstrauß öffnet die Malvasia die Aromatik dieses Weins für die Sinne. Gegensätzliche Noten von schwebenden weißen Blüten, geradlinigem Salzstein, auch etwas würzigem Rosmarin und mediterranen Kräutern treffen auf sommerlich saftige Aprikosen und Quitten. Welch eine komplex duftende Loreley! Im Mund gleitet der Wein mit zarter Haptik und verführerischer Würze über die Zunge. Der vielschichtige Nachhall bebt in Wellen nach. Il Templare ist der Stolz des Weinguts – es werden nur homöopathische 2.000 Flaschen von diesem ultraspeziellen Stoff gefüllt. Carato ist sicher der spannungsgeladenere Wein des Weinguts, aber mit dem Il Templare sind wir tatsächlich noch einmal in einer anderen Liga der Finesse, Saftigkeit und Komplexität. Der Wein hat seinen Namen übrigens von den Tempelrittern aus der Aube (Champagne). Ich liebe diese große Finesse und denke, das ist ein Wein, der Liebhaber weißer Burgunder ebenso faszinieren wird wie Riesling-GG-Trinker. Der Wein erinnert bei meiner Probe sogar ein wenig an ein Großes Gewächs aus der Pfalz; mir kommt der Idig von Christmann in den Sinn. Oder aber ein Savennières von der Loire mit seinem mineralisch-würzigen Touch. Der Templare liefert eine Explosion an Mineralität, die das Kalkstein-Terroir mit Finesse kombiniert. Das außergewöhnliche Reifepotenzial wird vom Weingut unterstrichen, indem der Wein immer erst vier Jahre nach der Lese auf den Markt kommt. Das Juwel von Elisabetta Fagioli liefert große Trinkfreude!