Es gibt in einem »normalen« Jahrgang gerade mal homöopathische 3.000 Liter von Mannis Sylvaner, 2024 waren es wegen Hagel leider sogar nur knapp 2.000. Seine neu gepflanzten Reben sind nun im Ertragsalter, das heißt Manni hat nun beinahe einen Hektar Sylvaner Reben. Sie stehen auf einer Mischung aus Sand- und Granitböden. Die Hälfte wurde im Stahltank und die andere in einer Mischung aus bis zu zweijährigem Tonneaux vergoren. Fassmuster, der finale Blend steht dieses Jahr noch nicht. Leicht wolkiges Zitronengelb. Momentan ist die Nase eher karg und linear. Leicht grasig mit Zitronenmelisse und zarten Alpenblüten. Nach ein paar Minuten im Glas wird der Wein jedoch schon spürbar cremiger à la Zitronencreme, auch die zarte Würze vom Holzausbau kommt mit einem Hauch Vanille, Zimt und etwas Kardamom hinzu. Sicher ist 2024 laut Manni kein Jahrgang, den man schnell trinken muss, denn der geradlinige Wein wird sich mit Flaschenreife positiv entwickeln. Eigentlich möchte Manni »Zeit « aufs Etikett schreiben! Im Mund treffen knackiges, gelbes Steinobst, auch etwas Quitte und Lorbeerblatt auf die Zunge. Der Wein hat zudem eine feine Haptik, die ihm momentan ordentlich Gripp im Mund verleiht. »So wie das Lesegut.« schmunzelt Manni. Denn nach dem Hagel waren dieses Jahr kaum mehr Trauben da! Der kühle, lineare Jahrgang zeigt sich durch Aromen von kargem, erdigem, nassen Stein, perfekt ausgereiften Mirabellen und grünen Aprikosen. Manni schwebt es vor, in naher Zukunft einen »Sylvaner in Montrachet Qualität« herzustellen. Die Aromatik im Mund geht tatsächlich schon etwas in die Chardonnay Richtung, sehr steinig, mineralisch und geradlinig. Der Wein schiebt mit singender, knackiger Frische. Gelbe und rote Fruchtnoten, sogar etwas Cranberry schwappen über meine Zunge. Faszinierend!