Diese kleine, ja winzige Domaine Levet produziert so wenig Wein, wir kriegen gerade mal 60 Flaschen Condrieu im Jahr. Erst seit 2019 gibt es diesen Wein überhaupt. Eine sehr kleine Parzelle direkt am Fluss gelegen. Direktpressung, dann Vergärung in Edelstahl, auch weil der Most dort etwas gekühlt werden kann, das unterstreicht die Präzision. Ausbau in Burgunder-Barriques für ein Jahr, mit geringem Neuholzanteil. Die Nase eindeutig Ganztraubenpresse mit langsamer Pressung, also durchaus einen kleinen Hauch Schalenkontakt aufweisend. Der Jahrgang 2023 begann mit relativ viel Regen und war über den Sommer zunächst etwas kühler als 2022. Die Traubenreife ging recht moderat voran, kein Turbosommer. Zumindest bis Ende Juli, Anfang August, dann hat die Hitze eingesetzt und die Trauben sind zu voller Reife gekommen bis Mitte September. Levet arbeitet mit sehr hellem Toasting bei den Fässern, das heißt es ist nie wirklich röstig im Duft, aber das feine Holz ist etwas spürbar. Darunter weißer Plattpfirsich, Orangenblüte, Williamsbirne. Der 2023 Condrieu hat schon ziemlich Dampf im Mund, aber einen feineren Zug als das wuchtigere 2022. Wir haben einen wunderbaren Trinkfluss mit seidiger Textur, schon direkt nach Abfüllung sehr zugänglich und kaum verschlossen. Die Abfüllung war im September 2024. Nicht ganz so schlank wie 2021 war, das heiße Sommerende hat dem 2023er schon gut Substanz mitgegeben am Ende. Ein transparenter, trinkfreudiger Condrieu.