Marco besitzt Parzellen in den Cru Lagen Montefico und Montestefano, die genau gleich ausgebaut werden. Sein Montefico liegt auf 280-300 Höhenmetern und ist eindeutig die wärmere Lage, der Boden besteht aus einer Mischung aus Kalkstein und Kalklehm. 15 bis 20 Tage auf den Traubenschalen mazeriert (in großen Jahren geht das bis 48 Tage) und dann 16 Monate lang im großen Stockinger-Fass ausgebaut. Anschließend folgt über ein Jahr Flaschenlagerung, bevor der Wein in den Verkauf kommt. Zartes, leuchtendes Rubinrot. Die klare präzise rotfruchtige Nase könnte zu einem Volnay gehören! Ich möchte immer wieder am Glas riechen. Hier sind wir dem seelenverwandten Burgund so nah! Beinahe lineare, puristische, rote Johannisbeere, rote Kirsche und reife Himbeeren im Spiel mit der verspielt tänzelnden Mineralik von rostigem Eisen und Kalkstein. Zart schwebende Wiesenkräuter und dezente braune Gewürze wie Muskatnuss und ein Hauch rotes Leder sind verwoben. Insgesamt ist die Nase des Weins wunderbar klar und herrlich duftend, sogar beinahe schwebend in ihrer Intensität. Im Mund macht der Montefico einen deutlichen Schritt nach oben in Bezug auf Dichte und Komplexität im Vergleich zum zuvor probierten Barbaresco Classico. Dennoch bleibt auch er verspielt, tänzelnd und eher linear definiert. Es ist kein übermäßig komplexer Wein, aber ein sehr wohl geformter und proportionierter. Die Tannine sind sehr fein geschliffen. Erst einen Moment nach dem Schlucken spürt man sie fein und kalkig an den Seiten des Mundes. Die erstaunlich erfrischende Säure macht im Jahrgang 2023 den großen Unterschied. Sie verleiht diese Präzision und ist in Anbetracht des heißen Jahrgang besonders bemerkenswert. Nach jedem Schluck fühlt man sich dann im Nachhall von einem Barbaresco sanft geküsst – die zarteste Versuchung. Die pure Eleganz!