Die Trauben kommen aus den Lagen Ovello, Cole und Loreto (der ein kleiner Teil des Ovello ist), wo die wärmere Nachmittagssonne besonders in kühleren Jahrgängen ein entscheidender Vorteil sein kann. Die Böden sind in beiden Parzellen sehr kalkhaltig. 35 Tage auf den Traubenschalen mazeriert, dann nach der Gärung 14 bis 16 Monate lang im großen Stockinger-Fass ausgebaut. Anschließend folgen 13 Monate Flaschenlager, bevor der Wein in den Verkauf kommt. Der Wein wurde Ende August abgefüllt. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Dieses Jahr ist dieser Barbaresco wieder vibrierend rotfruchtig mit reifer, saftiger roter Kirsche und Himbeere. Die floralen Noten harmonieren intensiv und wunderbar mit dieser knallroten Frucht. Getrocknete Veilchen und schwebende, duftende blaue und rote Blüten auf linearer Salzigkeit und zermahlener Kalkstein-Mineralik. Die Würze geht in Richtung süßer, brauner Gewürze wie Muskatblüte und Sternanis, die den Wein aromatisch so verführerisch machen, auch etwas Kerzenwachs kommt hinzu. Im Mund ist dieser spannungsreiche, puristische Wein die zarteste Versuchung, wieder mit viel tänzelnder, präziser, roter Frucht. Erfrischende rote Johannisbeere, Sauerkirsche und Hagebutte. Die zarten Tannine sind samtig, beinahe sogar cremig und verschwinden unter der frischen Säure des Weins fast unbemerkt, so zart sind sie. Gefühlt schwebend und beinahe schwerelos tänzelnd, der Wein hat dennoch 14% Vol. und ist eben die pure Harmonie in Wein-Form. Im Nachhall bleibt diese wunderbar verführerische Aromatik auf der Zunge. Ein vibrierender, klarer und linearer Barbaresco von einem der großen Finesse-Winzer der Ortschaft. 2023 ist der Barbaresco schon bei meiner Probe im Oktober zugänglich und wird bereits in den nächsten Jahren ein toller, duftiger Freudenspender in Weinform. Schwebende Finesse und feinste Würze in wunderbarer Balance.