Heymann-Löwenstein: Riesling Schieferterrassen 2024

Heymann-Löwenstein: Riesling Schieferterrassen 2024

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2041
exotisch & aromatisch
frische Säure
mineralisch
Lobenberg: 93/100
Suckling: 94/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Schieferterrassen 2024

93
/100

Einer der besten Gutsweine Deutschlands und zwar schon seit Ewigkeiten. Immer aus den besten Weinbergen um Winningen, in einer Mischung aus deutschen Stückfässern und Edelstahl ausgebaut. Spontan vergoren. Es gab bei Heymann-Löwenstein keine dramatischen Ertragseinbußen in 2024, rund 40 hl/ha Ertrag, weil es nahezu keinen Frost. Tolle Nase! Wunderbarer Duft von pinker Grapefruit, Orangenöl, etwas Kampfer und Bitterorangen. Dieses wunderbare Spiel aus vibrierendem Stein und feinen Bitternoten ist so typisch für Heymann-Löwenstein. Ich liebe das. Diese Gratwanderung zwischen Pfälzer Charme und Feinnervigkeit der Mosel wie sie nur Reinhard und Sarah Löwenstein hinbekommen. Druckvoller, intensiver Grapefruitsaft mit etwas Wermut hintenraus, zieht schön durch, viel Druck, die Augen werden schmal, intensiv, herbsaftig, mit straffer Mineralität und viel Extraktdichte. Für einen Gutswein ist das schon irre viel Riesling im Glas. Die Nervigkeit des Schiefers zieht sich durch den Nachhall. Kraft und mit saftigem Mandarineneinschlag, auch Grapefruit und etwas Anis im Nachhall. Schön zugänglich, geschmeidig in der Textur, Löwenstein’scher Schmelz par excellence. Nichts eckt an, saftig und wunderbar fruchtbetont, sehr offenherzig und einnehmend. Feinziselierte Schiefermineralität, die eine schicke Frische gibt, dazu feine Grapefruitbitternoten, die den Speichelturbo zünden. Alles passt!

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

94
/100

Suckling über: Riesling Schieferterrassen

This evokes the Mosel landscape with fresh wild herb and flower aromas. Interwoven in this are delicate autumn fruit flavors and wonderful wet-stone minerality. Fantastic delicacy in the very long finish. From organically grown grapes with Fair'n Green certification. Drink or hold. Screw cap.,,

Mein Winzer

Heymann-Löwenstein

Cornelia und Reinhard Löwenstein erzeugen als unzähligste Generation der Familie auf den kargen, aber fruchtbaren Schieferterrassen oberhalb der Mosel Rieslinge, die zu den größten der Welt gehören.

Riesling Schieferterrassen 2024